{"id":1933,"date":"2024-03-07T16:17:08","date_gmt":"2024-03-07T15:17:08","guid":{"rendered":"http:\/\/apostel-thomas-kirche.de\/?page_id=1933"},"modified":"2024-03-07T22:47:21","modified_gmt":"2024-03-07T21:47:21","slug":"buddhismus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/apostel-thomas-kirche.de\/?page_id=1933","title":{"rendered":"Buddhismus"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 14pt; font-family: 'book antiqua', palatino, serif;\"><strong>Vom Buddhismus zum Christentum<\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #0000ff;\"><em><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Nilus Stryker: <\/span><\/em><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Durch das \u00f6stliche Tor \u2013 das Licht, das meinen Namen kannte*<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich war zehn Jahre lang Buddhist gewesen. Nachdem ich sieben Jahre lang bei meinem Lehrer in einem kleinen Familienzweig der Nyingma-Ordinationslinie des Vajrayana den (tibetanischen) Buddhismus studiert hatte, wurde ich ordiniert. Ich hatte einen spirituellen Meister in jenem Zweig, den ich liebte und immer noch liebe. Er war und ist nach wie vor in meinem Leben ein Beispiel an G\u00fcte. Durch seinen Unterricht geschah es, da\u00df ich die Welt mit einem erweiterten Blick und einem offenen Herzen betrachtete. Ich wurde als ein <em>Ngakpa <\/em>in der Nyingma-Ordinationslinie ordiniert. Eine <em>Ngakpa<\/em>-Weihe ist eine tantrische priesterliche Ordination. Obwohl Gel\u00fcbde (<em>damtsig<\/em>) abgelegt werden, basieren diese Gel\u00fcbde nicht auf dem Z\u00f6libat oder dem Verzicht auf Fleisch und Alkohol. Unsere <em>sangha <\/em>(Gemeinschaft der Praktizierenden) war nicht auf Verzicht ausgerichtet, sondern folgte den grundlegenden Weisungen in <em>tantra <\/em>und <em>dzogchen<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">1<\/a><\/em>; beide basieren mehr auf Umwandlung als auf Entsagung und auf pl\u00f6tzlichen Momenten der Einsicht, die in Dauer und Intensit\u00e4t schwanken und zu <em>rigpa <\/em>f\u00fchren (einem Zustand des Geistes und der Wahrnehmung, der darauf beruht, da\u00df man durch Entspannung in den nat\u00fcrlichen Zustand der Erleuchtung gelangt). Diese Momente wurden ausgel\u00f6st durch den energetischen Eingriff unseres Lehrers oder durch unsere F\u00e4higkeit, in das Gewebe und die Struktur unserer Erfahrung von Sein und Nichtsein hinein zu \u201eentspannen\u201c \u2013 eine Erfahrung, die durch die Praktiken, die uns gelehrt wurden, hervorgerufen wurde. Im Lauf der Jahre schienen sich diese Momente darin zu manifestieren, da\u00df man die Welt mehr und mehr mit G\u00fcte, Dankbarkeit und Mitgef\u00fchl sah. Mein Lehrer pflegte zu sagen, der Buddhismus sei neunundneunzig Prozent Methode und ein Prozent Wahrheit. Die Praktiken des Buddhismus werden angewandt, um eine Klarheit und Bewu\u00dftheit zu erreichen, die den Menschen dazu bef\u00e4higen, eine Realit\u00e4t zu erkennen, die nicht durch einen neurotischen Verstand und neurotische Reaktionsmuster verzerrt ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Wir waren eine nichtliturgische Ordinationslinie und hatten als Kern unserer Praxis stille Sitzungen, Yoga-Ges\u00e4nge, Mantra und bestimmte Reihen von psycho-spirituellen, k\u00f6rperlichen \u00dcbungen. Ich unternahm eine Pilgerreise zu heiligen St\u00e4tten in Nepal und nahm mit meinem Lehrer und Vajra-Br\u00fcdern und -Schwestern an Retreats in den Vereinigten Staaten und in Wales teil. Diese Retreats, sowohl die gemeinsschaftlichen als auch die individuellen, waren in meinem Leben sehr bedeutsam. Und ich kann mit Bestimmtheit sagen, da\u00df ich einige \u201e\u00d6ffnungen\u201c des Blicks hatte, Erweiterung der Perspektive und Erfahrung, die ich meinem Lehrer und den Praktiken, die uns gegeben wurden, zuschreibe.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">An einem Nachmittag im sp\u00e4ten Januar 1999 ging in zu meinem Altar, um meine regul\u00e4re t\u00e4glichen Praxis durchzuf\u00fchren. Gew\u00f6hnlich begann ich mit Yoga-Ges\u00e4ngen und Mantra, und dann sa\u00df ich schweigend. Ich entz\u00fcndete die Kerzen auf meinem Altar, und nachdem ich meinen Gesang und die Mantren beendet hatte, begann ich meine stille \u00dcbung. Ich kann nicht genau sagen, wie lange ich dort sa\u00df, als ich meine Stimme mit meinen eigenen Worten sagen h\u00f6rte: \u201eIch vermisse Jesus.\u201c Ich sagte dies laut. Es schien, als k\u00e4me es eher durch mich, als da\u00df ich es sagen w\u00fcrde, doch es gab keine \u00e4u\u00dferen Stimmen. Ganz klar \u2013 ich sagte es.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Als ich sagte: \u201eIch vermisse Jesus\u201c, wurde ich von Sehnsucht erf\u00fcllt. Ich wei\u00df nicht, wie ich es sonst nennen k\u00f6nnte. Ich empfand Schmerz. Es schmerzte in meinem Inneren. Ich f\u00fchlte dieses absolute Sehnen, und ich konnte es nicht glauben. Ich versuchte, meine Aufmerksamkeit und mein Bewu\u00dftsein neu zu ordnen, um meine Meditation fortzusetzen. Oft erf\u00e4hrt man in Meditationen au\u00dferordentliche Wahrnehmungen, Ger\u00fcche, visuelle T\u00e4uschungen, vielleicht Kl\u00e4nge \u2013 psycho-spirituelle Anomalien, die einen aus der Bahn werfen und vom Kommen und Gehen der Gedanken ablenken, die man, wie man trainiert wird, aufsteigen und fallen lassen soll, ohne sich daran zu heften.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Gedanken kommen und gehen, doch die Methode, die ich anwandte, zielte darauf hin, sich an keine Gedanken anzuheften, so da\u00df man vermied, einem Gedanken in ein inneres Gesp\u00e4rch oder in eine Geschichte zu folgen. So versuchte ich, diese Erfahrung als ein <em>nyam <\/em>(Meditationserfahrung) zu sehen und ihr nicht allzu viel Beachtung zu schenken. Ich konnte mich aber nicht neu ordnen oder entspannen, so stand ich auf. Ich dachte, nun, das ist fr\u00fchkindliches Zeug, das ich in meine Meditation projiziere. Es ist Mama-Papa-Zeug \u00fcber Liebe, die ich gewollt hatte, aber nicht bekam, und es geht dabei um mein fr\u00fches Kindheits-Christentum. Meine Eltern waren nominelle Christen, und ich war haupts\u00e4chlich deshalb als Presbyterier aufgewachsen, weil dies die Kirche war, die sich in der N\u00e4he unseres Hauses befand. Meine Eltern waren gewi\u00df keine Bibel-Enthusiasten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich beendete meine \u00dcbungssitzung und ging in die K\u00fcche; dort begann ich abzuwaschen. Ich machte meine Hausarbeit und dachte nicht sehr \u00fcber das Erlebnis nach, abgesehen davon, da\u00df weiterhin jene Sehnsucht zu sp\u00fcren war, die sich nicht zu verfl\u00fcchtigen schien. Ich konnte sie offenbar nicht von mir absch\u00fctteln, ganz gleich, wie sehr ich es versuchte. Es gab dieses furchtbare Sehnen in mir, das ich nicht ignorieren oder erkl\u00e4ren konnte. Gegen\u00fcber meiner Frau erw\u00e4hnte ich es nicht, doch ich konnte nicht aufh\u00f6ren, dar\u00fcber nachzudenken, oder Erleichterung von diesem Schmerz, dieser Wunde, zu finden. Wir hatten einen gew\u00f6hnlichen Abend, schauten ein Zeitlang Fernsehen, unterhielten uns, und dann ging ich in mein Studio, um zu malen. Ich bin K\u00fcnstler und mein Studio ist an unser Cottage angebaut, und dort schlafe ich auch in den meisten N\u00e4chten, wenn ich sp\u00e4t abends zu malen beginne. Nach ein paar unruhigen Versuchen, an einer Leinwand zu arbeiten, die ich begonnen hatte, ging ich schlafen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">In dieser Nacht, um drei Uhr morgens, erwachte ich von einer \u201eAnwesenheit\u201c in meinem Zimmer. Es war ein Sehnen. Ich wei\u00df nicht, wie ich es sonst nennen kann. Ich f\u00fchlte eine \u201eAnwesenheit des Sehnens\u201c im Zimmer. Ich geriet in Sorge, ob jemand in das Haus eingebrochen sei. Ich stieg aus dem Bett und \u00fcberpr\u00fcfte alle R\u00e4ume. Es war niemand au\u00dfer meiner Frau im Haus, und sie schlief weiterhin fest. Da ich wach war, entschied ich mich, ein paar \u00dcbungen zu machen, und ging zum Altar in meinem Studio. Ich meditierte zwischen drei\u00dfig bis f\u00fcnfundvierzig Minuten und schlief dann weiter. Am folgenden Morgen vergewisserte ich mich, da\u00df alle T\u00fcren abgeschlossen waren und schaute mich etwas unbehaglich im Haus um, um zu sehen, ob ich etwas finden konnte, das diese \u201eAnwesenheit\u201c erkl\u00e4ren w\u00fcrde. Wir haben keine Haustiere, und ich fragTe Diane, ob sie aus irgendeinem Grund in der Nacht aufgestanden sei. Sie hatte fest geschlafen und fragte, ob irgend etwas nicht in Ordnung sei. Ich sagte ihr, ich sei aufgestanden und h\u00e4tte eine Weile nicht mehr schlafen k\u00f6nnen. Ich z\u00f6gerte, ihr etwas \u00fcber meine Wahrnehmung einer \u201eAnwesenheit\u201c zu sagen, weil ich sie nicht beunruhigen wollte; ich wollte nicht, da\u00df sie dachte, ich sei verr\u00fcckt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">In der folgenden Nacht wurde ich wieder wach \u201egerufen\u201c. Ich kann nicht genau sagen, was sonst ich sp\u00fcrte, au\u00dfer da\u00df diese \u201eAnwesenheit\u201c im Raum war. Keine Lichter, keine Halluzinationen, keine Kl\u00e4nge, keine Fanfare, doch ein h\u00f6chst gewisses Empfinden, da\u00df ich von einer \u201eAnwesenheit\u201c geweckt worden war. Ich kann nur sagen, da\u00df es eine \u201eAnwesenheit des Sehnens\u201c war. Ich empfand innerlich Schmerz, eine Wunde, und sehnte mich nach etwas, das ich nicht erkl\u00e4ren konnte. Ich f\u00fchlte mich eine Million Meilen weit entfernt von zu Hause.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Es sollte gesagt werden, da\u00df mein Leben ziemlich gl\u00fccklich war. Meine Frau \u2013 seit f\u00fcnfundzwanzig Jahren \u2013 und ich liebten einander. Wir waren beide K\u00fcnstler und machten in diesem Bereich ein gutes Gesch\u00e4ft. Wir hatten ein kleines Landhaus und einen Garten in einer kleinen K\u00fcstenstadt nahe San Francisco; dies liebten wir. Ich hatte einen wunderbaren spirituellen Lehrer, und ich hatte Gel\u00fcbde abgelegt und mich meiner buddhistischen Ordinationslinie und diesem Weg geweiht. Und ich war reichlich gesund f\u00fcr einen f\u00fcnzig-und-ein-paar-Jahre alten, fetten Mann. Alles war allgemein okay. Keine gr\u00f6\u00dfere Krise. Nichts, was f\u00fcr diese Erlebnisse, die ich hatte, zu sprechen schien, noch f\u00fcr das unbeschreibliche Empfinden von Sehnsucht, das ich sp\u00fcrte. Ich f\u00fchlte mich, als w\u00e4re ich verliebt, aber ich wu\u00dfte nicht, in wen oder was. Ich war wie ein verliebter Teenage-Junge. Ich konnte nicht aufh\u00f6ren, diesen Schmerz zu sp\u00fcren und diese Sehnsucht und Verwirrung. Alles hatte begonnen, als ich sagte: \u201eIch vermisse Jesus\u201c, doch ich konnte nicht glauben, da\u00df dies wirklich die Quelle dieses Schmerzes war. Es mu\u00dfte etwas anderes sein, aber ich wu\u00dfte nicht, was. Ich hatte versucht, es rational zu durchdenken, hatte ein Inventar m\u00f6glicher Ursachen, Motive, Ereignisse, die diese Sehnsucht hervorrufen k\u00f6nnten, aufgestellt. Ich steckte fest. Nichts, was ich auflistete, schien ein Grund f\u00fcr diese Erfahrung des Sehnens zu sein und gewi\u00df nicht f\u00fcr die Empfindung einer Anwesenheit in meinem Raum.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Eine Woche lang wurde ich jede Nacht um drei Uhr geweckt. Ich geriet ein wenig in Sorge. Ich hatte keine Erkl\u00e4rung dessen, was geschah, noch irgendeine Idee, wie ich damit umgehen sollte. Ich erkannte, da\u00df das jenseits von allem war, was ich jemals erfahren hatte, und hoffte, da\u00df mir mein Lehrer helfen k\u00f6nnte, diese Erlebnisse zu verstehen und mit ihnen zurechtzukommen. Wenn irgend jemand verstehen k\u00f6nnte, was geschah, so war er es. Ich rief schlie\u00dflich meinen Lehrer in Wales an und erkl\u00e4rte ihm die ganze Folge von Erlebnissen. Er gab mir den Namen einer tibetischen \u201eGottheit\u201c, die ich anrufen sollte, und ein Mantra, das mit diesem \u201eBewu\u00dftsein-Wesen\u201c (unser <em>sangha <\/em>pflegte den Begriff Bewu\u00dftsein-Wesen zu verwenden im Gegensatz zum traditionellen Begriff Gottheit) in Verbindung stand. Er sagte, da\u00df ich, wenn diese Erlebnisse anhielten, die \u00dcbungen machen und das Mantra rezitieren sollte, das er mir gegeben hatte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">In dieser Nacht erwachte ich wieder durch die Wahrnehmung einer \u201eAnwesenheit\u201c. Ich ging zu meinem Altar und entz\u00fcndete die Kerzen. Ich setzte mich eine Weile in stiller Meditation nieder, bevor ich das Mantra anwandte, das ich nach der Anweisung verwenden sollte, und die buddhistische Gottheit anrief. Es war eine kraftvolle Meditation. Es war eine tiefe Stille, und ich empfand eine Ruhe und Stille, die den Raum zu durchdringen schien. Ich rief den Namen des Bewu\u00dftsein-Wesens an, wie mich Rinpoche (ein Ehrentitel f\u00fcr einen Vajrayana-Lehrer, der w\u00f6rtlich Kostbares Juwel bedeutet) gelehrt hatte. Zu meiner \u00dcberraschung h\u00f6rte ich eine Stimme: \u201eIch bin das nicht.\u201c Ich kann Ihnen nicht sagen, woher die Stimme kam. Sie klang wie meine Stimme, obwohl ich mich nicht entsinnen konnte, die Worte tats\u00e4chlich gesprochen zu haben. Ich kann Ihnen nicht genau sagen, ob diese Stimme innerlich oder \u00e4u\u00dferlich war, aber es war eine Stimme, die klar und entschieden sagte: \u201eIch bin das nicht.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich war v\u00f6llig ersch\u00fcttert. Ich sa\u00df verbl\u00fcfft und sprachlos da. Ich stand auf und ging nach drau\u00dfen. Es war ungef\u00e4hr 3.30 Uhr morgens, und \u00fcber dem Ozean wurde gerade ein blasser Mond sichtbar. Ich setzte mich auf unsere vorderen Stufen und begann zu weinen. Dieses Sehnen und der innere Schmerz waren nicht schw\u00e4cher geworden, sondern schienen noch gewachsen. Ich war am Ende meiner Weisheit. Ich wu\u00dfte, etwas geschah; doch ich wu\u00dfte nicht, was. Ich weinte aus ganzem Herzen. Ich schluchzte. Schlie\u00dflich hob ich meinen Kopf und fragte: \u201eWer bist du?\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Als ich diese Worte sagte, geschah etwas Unglaubliches. Bitte verstehen Sie, da\u00df ich kein Gef\u00fchl f\u00fcr die Angemessenheit dessen habe. Ich wei\u00df keine Art und Weise, wie ich das erkl\u00e4ren kann und weshalb es geschah. Ich bin der D\u00fcmmste. Ich habe nicht einmal das Recht, den Versuch zu unternehmen das, was geschah, zu erkl\u00e4ren, noch zu sagen, da\u00df ich es auf irgendeine Weise verstehe oder verdiene, was geschah. Aber als ich diese Worte sprach, wurde ich von einem sanften Licht erf\u00fcllt. Es war nicht sichtbar im gew\u00f6hnlichen Sinn. Es war eine Helligkeit, die mich erf\u00fcllte. Ich kann das Licht nicht beschreiben, noch kann ich beschreiben, wie Licht ein \u201eKennen\u201c mit sich f\u00fchren konnte. Aber ich wu\u00dfte, da\u00df das Licht in mich gekommen war und mich pers\u00f6nlich kannte. Ich wei\u00df, es scheint unm\u00f6glich, aber es geschah. Das Licht kannte mich, Miles, einen j\u00e4hzornigen Griesgram, nicht nur, sondern es liebte mich; es liebte mich wirklich. Vergeben Sie mir meine Anma\u00dfung, aber das ist es, was ich f\u00fchlte. Ich wei\u00df nicht, wie ich Ihnen sagen kann, da\u00df ich es wu\u00dfte \u2013 aber ich wu\u00dfte es. Ich wu\u00dfte nicht, wie ich es nennen sollte. Ich f\u00fchlte eine Furcht, Gott oder Christus zu sagen, doch ich sp\u00fcrte, da\u00df es etwas zu tun hatte mit Gott und dem Christus\/Logos. Ich konnte mich jedoch nicht dazu \u00fcberwinden, dies zu sagen. Es schien mir zu unm\u00f6glich und so sehr beladen mit allem, was ich im Christentum (dem protestantischen Christentum meiner Kindheit) abgelehnt hatte. Es war unm\u00f6glich, die Worte zu sagen, obwohl ich sp\u00fcrte, als w\u00e4re ein St\u00fcck von Gott in mir aufgebrochen, und da\u00df dies Liebe war. Ich f\u00fchlte Liebe. Ich empfand eine g\u00f6ttliche Liebe. Ich empfand eine Liebe, die zu mir pers\u00f6nlich kam, so, als h\u00e4tte sie meinen Namen genannt, als sie in mich kam. Und doch schien sie immer in mir gewesen zu sein, obwohl ich sie nicht gekannt hatte. Sie kam in mich und brach zugleich auf. Ich wei\u00df, da\u00df es schwer ist, es sich auch nur vorzustellen, und ich habe keine anderen Worte, die ich verwenden kann, um den Versuch zu unternehmen, dies zu erkl\u00e4ren. Wenn ich irgendeine M\u00f6glichkeit h\u00e4tte, dies auf klarere Weise zu sagen, t\u00e4te ich es.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich fiel auf die Knie und warf mich zu Boden. Ich kann nicht sagen, wie lange ich dort war, aber schlie\u00dflich setzte ich mich zur\u00fcck auf die Stufen und weinte von neuem. Ich habe keine Art und Weise, das, was ich empfand, zu erkl\u00e4ren. Es mag falsch sein zu sagen, doch ich sp\u00fcrte, da\u00df mir die Worte entfielen, als das Licht eintrat, und ich empfand ein \u201eWissen\u201c in mir, das zusammen mit der Liebe geboren wurde. Ich wu\u00dfte, da\u00df Gott mich liebte, aber ich konnte das Wort Gott nicht sagen. Ich wu\u00dfte, da\u00df mich Christus rief, aber ich konnte das Wort Christus nicht sagen. Ich war durch meinen Buddhismus zu einigen Erkenntnissen gelangt, zu einigen kleinen aufflackernden Einsichten in das Gro\u00dfe Bild durch meinen Lehrer und meine Praxis \u2013 aber nichts wie dies. Ich gl\u00fchte innerlich vor Liebe und einer Erkenntnis des Lichts. Es war kein reales Gl\u00fchen, sichtbar oder sp\u00fcrbar, doch ich f\u00fchlte, als w\u00fcrde ich innerlich leuchten. Ich konnte nicht sagen, ob Gott sich nach mir sehnte oder ich mich nach Gott sehnte. Es schien mir fast so, als w\u00fcrden wir uns im Sehnen begegnen. Zum ersten Mal erschien mir das Sehnen die Erfahrung der Gegenwart Gottes und meiner Beziehung zu Ihm zu sein. Im Buddhismus sprachen wir oft dar\u00fcber, die Gegenwart unseres Bewu\u00dftseins in den Lebensumst\u00e4nden zu finden. Im Tantra bietet all das, was man erf\u00e4hrt, die M\u00f6glichkeit, in jenem Augenblick die Erleuchtung zu finden. Unsere \u00dcbungen basierten oft darauf, die Gegenwart des Bewu\u00dftseins im Gef\u00fchl der Lebenssituation, die wir erfuhren, zu finden. Es schien mir, als h\u00e4tte ich die Gegenwart meines Bewu\u00dftseins in der Sehnsucht nach Gott als Licht und Liebe gefunden, und in Seiner Sehnsucht nach mir.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Zum ersten Mal in meinem Leben war G\u00f6ttliche Liebe da, eine Liebe, die meinen Namen kannte. Ich wei\u00df nicht, wie lange ich auf den Stufen sa\u00df. Der Himmel schien hell zu werden, aber ich kann nicht sagen, wann ich hineinging. Ich bin mir sicher, da\u00df ich schlie\u00dflich schlafen ging, aber ich erinnere mich nicht genau daran, wann das war, obschon ich in meinem Bett angekleidet erwachte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Am Morgen, als ich meiner Frau erz\u00e4hlte, was geschehen war, sagte ich, Ein Licht, Das Kein Licht Ist, Das Meinen Namen Kennt, sei in mich gekommen. Ich wu\u00dfte nicht, wie ich es sonst nennen konnte. Ich beschrieb das Erlebnis, doch ich konnte es noch immer nicht \u00fcber mich bringen, das Wort Gott auszusprechen, noch konnte ich den Namen Christus verwenden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Nat\u00fcrlich fragte mich meine Frau \u2013 als gute Kalifornierin \u2013, ob ich \u201estoned\u201c sei. Wir lachten beide. Es war schon lange her, da\u00df dies eine M\u00f6glichkeit gewesen w\u00e4re (es ist in unserer <em>sangha <\/em>nicht erlaubt, irgend etwas zu rauchen), doch sie h\u00f6rte zu, und ich erz\u00e4hlte ihr die Einzelheiten. Ich wu\u00dfte an dieser Stelle, da\u00df sich alles ge\u00e4ndert hatte. Irgendwie war Liebe in das Bild eingetreten, und das Leben, wie ich es kannte, war an den Zusammenbruch gelangt. Mein Lehrer war Atheist, und der Buddhismus, den ich gelernt hatte, beinhaltet gewi\u00df nicht den Gedanken an einen Sch\u00f6pfergott oder eine Gottheit, die die Quelle von Liebe war. Wir sprachen \u00fcber Mitgef\u00fchl und Weisheit, G\u00fcte und Bewu\u00dftsein, aber das Wort Liebe wurde selten jemals erw\u00e4hnt, und gewi\u00df nicht im Zusammenhang mit einer G\u00f6ttlichen Liebe. Meine Frau war erschrocken, das kann ich sagen. Ganz gleich, wie sehr wir dar\u00fcber scherzten, sp\u00fcrte sie, da\u00df alles auf dem Spiel stand. Sie wu\u00dfte nicht, wohin es mich f\u00fchren w\u00fcrde. Ich wu\u00dfte es auch nicht. Alles war ziemlich stabil geworden in unserem Leben. In dieser Nacht wurde alles bis ins Mark ersch\u00fcttert, und meine Frau f\u00fchlte das.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Als Das Licht, Das Kein Licht War, Das Meinen Namen Kannte, mich mit sich selbst erf\u00fcllte, erkannte ich Dinge, die ich nicht erkl\u00e4ren konnte. Ich erfuhr eine pers\u00f6nliche Liebe von einer Quelle, die jenseits von allem war, was ich zuvor erfahren hatte. Es war wundervoll und schrecklich zugleich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Warum konnte ich nicht die Worte Gott oder Christus verwenden? Was hielt mich zur\u00fcck? Es schien zu verr\u00fcckt, daran auch nur zu denken, da\u00df dies Gott\/Christus war, doch zum ersten Mal schien es m\u00f6glich. Es war m\u00f6glich, da\u00df dies Gottes Liebe war. Es war m\u00f6glich, da\u00df dies eine Erfahrung Christi war. Ich vermute, da\u00df es gewisserma\u00dfen zu \u201euncool\u201c war, dies zu sagen. Ich wollte gewi\u00df kein Christ sein. Ich hatte jahrelang Christen als Heuchler und Idioten gegei\u00dfelt. Als Buddhist war ich in dieser Hinsicht ein bi\u00dfchen g\u00fctiger, aber ich hatte noch immer keinerlei Absicht, Christ zu sein oder diesen Pfad zu erforschen. Ich war das Konzept eines Gottes nie wirklich losgeworden, auch wenn Rinpoche sagte, ich h\u00e4tte mit meiner Idee eines Gottes in Beziehung zur Schuld umzugehen. Ich beschuldigte Gott f\u00fcr eine Menge Zeug in meinem Leben, und er sagte, um spirituell zu wachsen, m\u00fcsse ich diese Anschuldigungen herauslassen. Er hatte recht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Eine Welt \u00f6ffnete sich und eine andere fiel fort. Die Gel\u00fcbde, die ich gemacht hatte, als ich ein <em>Ngakpa <\/em>wurde, wurden als lebenslange Gel\u00fcbde angesehen. Die Verpflichtungen, die ich eingegangen war, wurden als \u201elebenslange\u201c Verpflichtungen angesehen, sowohl gegen\u00fcber meinem Lehrer als auch gegen\u00fcber meiner Ordinationslinie. Nun war ich mit der Tatsache konfrontiert, da\u00df es einen Sch\u00f6pfer der Liebe, eine Quelle der Liebe und einen Geist der Liebe gab, der unerkl\u00e4rlich in meinem Buddhismus war, und aus meiner Erfahrung, die ich nicht leugnen konnte. Ich k\u00e4mpfte damit, was zu tun sei. Ich hatte keinen Kontext, in den ich diese Erfahrung einordnen konnte. Der Atheismus meines Lehrers schien die M\u00f6glichkeit auszuschlie\u00dfen, die Wirklichkeit, die soeben lebendig in mein Leben getreten war, zu verstehen. Ich hatte eine Erfahrung gemacht, die meinen Buddhismus v\u00f6llig durcheinanderbrachte. Die Struktur unserer Praxis und die Weisung meines Lehrers schienen begrenzt und, wie ich zugeben mu\u00dfte, unvollst\u00e4ndig. Ich wu\u00dfte, da\u00df sich mein Lehrer in Bezug auf Gott irrte. Was sollte ich tun?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Panteleimon David Walker ist mein Akupunkteur und ein Mitglied der Orthodoxen Kirche in Amerika (OCA). Wir hatten Buddhismus und Christentum monatelang diskutiert, als er mich behandelte. In der folgenden Woche hatte ich einen Termin bei ihm. Nachdem wir uns begr\u00fc\u00dft hatten, sagte er: \u201eIch habe ein Buch f\u00fcr Sie, von dem ich glaube, da\u00df es Ihnen gefallen wird.\u201c Es war <em>Christ the Eternal Tao <\/em>von Priesterm\u00f6nch Damascene, ein Buch, das Jesus Christus als die F\u00fclle der Gnade und Wahrheit und das \u00d6stliche Orthodoxe Christentum als die Erf\u00fcllung dessen offenbart, was die Menschen in \u00f6stlichen Religionen und Philosophien suchten.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">2<\/a> In dieser Nacht vertiefte ich mich eifrig in das Buch. Ich wei\u00df nicht, wann ich schlafenging, aber ich las es tagelang, und es gab mir eine Grundlage daf\u00fcr, die Erfahrungen, die ich in Bezug auf Das Licht, Das Kein Licht Ist, Das Meinen Namen Kennt, gemacht hatte, einzuordnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich wu\u00dfte, da\u00df es eine Quelle und Energie der Liebe gab, doch ich z\u00f6gerte, sie den Heiligen Geist zu nennen. Ich hatte mein Kindheits-Christentum weit zur\u00fcckgelassen. Die Worte blieben mir noch immer im Hals stecken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">David schlug vor, ich sollte eine orthodoxe Kirche besuchen, und erw\u00e4hnte eine OCA-Kirche in San Francisco. Doch das schien zu sonderbar, zu sehr als ein Zugest\u00e4ndnis gegen\u00fcber einer Religion, die ich verlassen hatte. Ich wollte etwas, das nicht auf einer institutionellen Grundlage basierte. Das letzte, was ich tun wollte, war, in eine Kirche hineingezogen zu werden. Und \u00fcberhaupt \u2013 ich war Buddhist. Warum war ich dabei, in eine andere Religion hineingezogen zu werden, und speziell ins Christentum? Ich hatte gegen\u00fcber meinem Lehrer und meiner Ordinationslinie ein Gel\u00fcbde abgelegt. Ich sollte zum jetzigen Zeitpunkt keine andere Form von Anbetung erkunden. Doch mein Buddhismus kannte oder anerkannte nicht die Erfahrungen, die ich hinsichtlich des G\u00f6ttlichen gemacht hatte. Ich wu\u00dfte so gewi\u00df wie alles andere, da\u00df die Erfahrungen, die ich mit dem Licht, Das Kein Licht Ist, Das Meinen Namen Kennt wirklich und echt waren. Mein Lehrer sagte, es g\u00e4be keinen Gott, aber ich wu\u00dfte, da\u00df ich die G\u00f6ttliche Liebe pers\u00f6nlich kennengelernt hatte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich widersetzte mich dem Gedanken an eine Kirche, doch die Orthodoxie hatte eine alte kontemplative Tradition und eine Methode, an einer Vertiefung und Erweiterung der pers\u00f6nlichen Umwandlung des Selbst in Bezug auf das G\u00f6ttliche zu arbeiten. Vr. Damascenes Buch \u00f6ffnete mir die M\u00f6glichkeit, zumindest eine Tradition im Christentum zu erforschen, die weit \u00fcber alle christlichen Traditionen hinausging, von denen ich jemals geh\u00f6rt hatte. Ich rief die Holy Trinity Cathedral (die Kirche der OCA in San Francisco, die David vorgeschlagen hatte) an. Ein Mann nahm den H\u00f6rer ab, und ich fragte, ob die Gottesdienste in englisch w\u00e4ren. Er sagte mit einem starken russischen Akzent: \u201eIn gebrochenem.\u201c Ich brach in Lachen aus. Schon mochte ich diesen trockenen Humor. Ich bekam die Zeiten f\u00fcr die Liturgie und dankte ihm.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">An einem Sonntag im Februar wachte ich auf und zog mich an und sagte zu meiner Frau, ich w\u00fcrde losgehen, um eine Kirche zu finden. Sie war schockiert. \u201eWas?\u201c, rief sie.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">\u201eIch wei\u00df. Frag mich nicht. Ich bin bald zur\u00fcck.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Regen str\u00f6mte herab, und die Stra\u00dfen waren ziemlich leer. Ich fuhr nach San Francisco hinein und hatte eine vage Vorstellung von einer russischen Kirche mit blauen Kuppeln in der Innenstadt. Die Holy Trinity Cathedral war in der Green Street verzeichnet, und ich dachte, einfach in diese Richtung zu fahren. Schlie\u00dflich sah ich die Kuppel und das Kreuz. In dieser Gegend gibt es nie Parkpl\u00e4tze, so sagte ich mir, als ich mich n\u00e4herte: \u201eWenn da ein Parkplatz ist, halte ich an, wenn nicht, gehe ich zu Burger King.\u201c In diesem Augenblick, als ich das sagte, fuhr jemand aus einer Parkl\u00fccke gegen\u00fcber der Kirche. \u201eOkay, okay, ich gehe hinein.\u201c So betrat ich die Kirche am 7. Februar 1999. Zu jener Zeit wu\u00dfte ich es nicht, aber es war der Sonntag des Verlorenen Sohns.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Im Tantra werden bei der eigenen Praxis alle Bereiche der Sinne verwendet. Die Sinne werden nicht verleugnet, sondern benutzt, sowohl um offen zu sein, als auch in den nat\u00fcrlichen Zustand der eigenen Erleuchtung hinein zu entspannen. Als ich die Kirche betrat, nahm ich eine weite Entfaltung von Licht und Duft wahr. Ich wurde an der T\u00fcr begr\u00fc\u00dft und willkommengehei\u00dfen. Als ich gefragt wurde, ob ich orthodox sei, erwiderte ich rasch (und wahrscheinlich br\u00fcsk), ich sei kein Christ, ich sei Buddhist. Ich stand an der R\u00fcckseite und beobachtete. Als die Liturgie begann, schienen die Musik und der Gesang und die Lesungen den Raum zu erf\u00fcllen, wie auch das Licht und die D\u00fcfte. Der ganze Gottesdienst schien ein ausgearbeitetes Ritual der Sinne zu sein. Es war wundervoll, und mir wurde himmelangst. Es gab etwas, das sich richtig anf\u00fchlte. Wenn es nur nicht so christlich gewesen w\u00e4re. Nach dem Gottesdienst wurde ich gefragt, ob ich noch mit den Leuten zum Mittagessen bliebe. Das tat ich. Es gab ein gutes Gespr\u00e4ch und sogar ein Interesse an meinem Buddhismus. Ich ging fort mit dem Gef\u00fchl, eine neue Art von Christentum gefunden zu haben. Definitiv nicht das Christentum meiner Kindheit. Ich kehrte am folgenden Sonntag zur\u00fcck.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich begann, auf die Worte der Liturgie zu h\u00f6ren. Bald begann ich, zu einigen der Abendgottesdienste zu kommen und war erstaunt \u00fcber das, was rezitiert wurde. Ich hatte niemals von einer Theologie geh\u00f6rt, die verbunden mit den Lesungen gesungen und psalmodiert wurde. Mehr und mehr begann ich zu erkennen, da\u00df es in der Orthodoxie ein Christentum gab, das weiter und tiefer war, als ich es kannte. Und ich begann Hinweise auf das Licht zu h\u00f6ren, ein Licht, das viel gemein hatte mit meiner Erfahrung von Einem Licht, Das Kein Licht Ist, Das Meinen Namen Kennt. Es gab sogar eine Theologie, die erkl\u00e4rte, wie wir gerufen und geliebt werden von Gott, dem Vater, dem Logos und dem Heiligen Geist. Ich begann mich behaglicher zu f\u00fchlen mit den Worten Gott und Christus. Nat\u00fcrlich f\u00fchlten sich meine Frau und meine Freunde sehr unbehaglich, als sie h\u00f6rten, wie ich diese gef\u00fcrchteten Worte zu benutzen anfing. Die meisten Leute verstummten, als sie h\u00f6rten, ich w\u00fcrde eine christliche Kirche besuchen, zudem eine orthodoxe christliche Kirche. Nach wie vor nahm ich an meiner buddhistischen Gruppe teil, und ich wu\u00dfte, wenn mein Lehrer im M\u00e4rz eintreffen w\u00fcrde, dann h\u00e4tte ich mit ihm zu sprechen. Ich f\u00fchlte mich, als w\u00fcrde ich mich gewisserma\u00dfen fortstehlen, indem ich zu einer christlichen Kirche ging, und ich wollte das nicht tun. Doch ich mu\u00dfte meine Erfahrungen kl\u00e4ren, und ich sp\u00fcrte, die Kirche w\u00fcrde einige m\u00f6gliche Antworten anbieten, die, wie es schien, weder mein Lehrer noch meine buddhistische Ordinationslinie geben konnten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Vater Damascenes Buch war der Katalysator f\u00fcr diese Erforschung, und die Entfaltung der Kirche in meinem Leben erschien als eine fast nat\u00fcrliche Fortentwicklung aus dieser anf\u00e4nglichen Lekt\u00fcre des Buches. Je h\u00e4ufiger ich an den Gottesdiensten teilnahm, desto mehr sp\u00fcrte ich, da\u00df dies ein Ort war, an dem ich mich als Christ wohlf\u00fchlen konnte. Allerdings m\u00fcssen Sie wissen, da\u00df ich dieses Wort niemals benutzte. Noch widersetzte ich mich. Ich z\u00f6gerte noch. Ich schlich an den Ecken des Christentums herum, im Schatten der Kerzen wie auch im Licht. Ich verwehrte mich dagegen, mich zu verbeugen und zu bekreuzigen. Das ging mir einfach zu weit. Ich war immer noch Buddhist. Ich war nur zu Besuch im Christentum. Auf diese Weise konnte ich noch teilnehmen und erforschen, aber keine Verpflichtung eingehen. Eines Nachts kam Matuschka Barbara (die Frau des Priesters) her\u00fcber und fragte, ob ich lernen wolle, wie ich mich bekreuzige. Als ich ja sagte, war ich \u00fcber mich selbst erstaunt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich wei\u00df, es klingt seltsam, aber mich zu bekreuzigen machte einen Unterschied darin, wie ich mich selbst sah und wie ich am Gottesdienst teilzunehmen begann. Es war das erste Zeichen, das ich \u00f6ffentlich machte, welches zeigte, da\u00df ich dem Christentum vertraute und mich innerhalb des christlichen Rahmens zu sehen begann. Es ist eine solch einfache Handlung, aber sie wurde meine erste Handlung, mit der ich das Christentum anerkannte, das erste Zeichen dessen, da\u00df ich \u201eChristus anzog\u201c. Ich war erzogen, die \u201ePapisten\u201c zu hassen. Mein Vater war als deutscher Lutheraner aufgewachsen, und er ha\u00dfte die Katholische Kirche. Ich hatte das auch noch in mir. Aber ich bekreuzigte mich in jener Nacht und in anderen N\u00e4chten, als ich begann, immer h\u00e4ufiger an den Gottesdiensten teilzunehmen und in der Orthodoxie nach Antworten und einer neuen Form der Fr\u00f6mmigkeit zu suchen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Im Vajrayana Buddhismus betrachtet man seinen Lehrer als erleuchtetes Wesen, der den eigenen Pfad zur Erleuchtung vollst\u00e4ndig verk\u00f6rpert. Man f\u00e4llt vor seinem Lehrmeister nieder als Zeichen der v\u00f6lligen Hochachtung und als Zeichen der Abh\u00e4ngigkeit von ihm f\u00fcr den eigenen spirituellen Fortschritt und dessen Verwirklichung. Ich fiel ohne Vorbehalt vor meinem Lehrer nieder. In der Orthodoxen Kirche f\u00e4llt man vor dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist in einer Geste der Anbetung nieder und verneigt sich vor Bildern der Heiligen als Geste der Verehrung und der Hochachtung. Ich machte noch immer keine Verbeugungen und fiel auch nicht nieder [Metanien]. Es war etwas in meinem Starrsinn, das selbst f\u00fcr mich keinen Sinn machte. Ich wei\u00df, es war sonderbar, sich vor einem Lehrer niederzuwerfen, nicht aber vor Gott. Irgendwie erschien es mir einfacher zu sein, einem Menschen zu vertrauen als dem G\u00f6ttlichen. Ich bekreuzigte mich, machte aber keine Metanien. Ich war doch buchst\u00e4blich aus dem Bett gezogen worden, gerufen worden auf eine Weise, da\u00df ich es sogar zu h\u00f6ren schien, und ich hatte eine unbeschreibliche Erfahrung von Licht und Liebe auf pers\u00f6nliche Weise; und doch leisteten mein Stolz und mein Starrsinn Widerstand gegen einen reicheren und volleren Ausdruck der Fr\u00f6mmigkeit. Ich beugte mich nicht. Ich verbeugte mich nicht vor Gott. Etwas leistete nach wie vor starken Widerstand gegen den Ruf Christi und der Orthodoxen Kirche.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Die Gro\u00dfe Fastenzeit ist eine Zeit der intensiven geistlichen \u00dcberpr\u00fcfung. Die ganze Kirche beginnt kollektiv eine Reise mit Christus in Richtung Jerusalem. Die ganzen vierzig Tage werden zu einem kosmischen Drama, das sich in einer Art von Zeit entfaltet, die ich im Buddhismus nie erfahren habe. Die Zeit scheint fortzufallen, fast proportional zur Verl\u00e4ngerung der Gottesdienste. Irgendwie wird Zeit benutzt, um Zeit zu transzendieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich hatte im Buddhismus an langen Ritualen teilgenommen. Gelegentlich f\u00fchlte ich die Zeit schneller vergehen, als ich es erwartet hatte. Aber ich hatte niemals Zeit auf \u201eewige\u201c Weise erfahren. In der Orthodoxen Kirche scheint die verl\u00e4ngerte Dauer der Gottesdienste und Liturgien tats\u00e4chlich in eine Zeitlosigkeit zu m\u00fcnden, die ich niemals so intensiv empfunden habe. Jedes Wort der Hymnen oder des Gottesdienstes schien an mich selbst gerichtet zu sein. Jeder Vers \u00fcber das Verlorensein und das Verirrtsein und das Ausgeliefertsein an die Umst\u00e4nde des Lebens wurde f\u00fcr mich gelesen. Ich wurde von der Liebe gefunden, doch ich war immer noch verloren. Ich ging jeden Abend fort mit dem Gef\u00fchl, da\u00df alles, was gesungen oder psalmodiert wurde, das war, was ich gesagt h\u00e4tte, wenn ich irgend etwas so sch\u00f6n und wahr h\u00e4tte ausdr\u00fccken k\u00f6nnen. Ich lie\u00df den Chor meine Lobpreisungen singen und den Leser meine Liebe psalmodieren. Als sich die Fastenzeit vertiefte und gewaltiger und weiter und (so mu\u00df ich sagen) leidvoller wurde, begann ich Zeit in der Kirche auf eine Weise zu erfahren, wie ich sie nirgendwo sonst erfahren hatte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Auch als Buddhist hatte ich Stunden in Meditation und Wochen in einsamer Zur\u00fcckgezogenheit verbracht, doch die Zeit war niemals so still geworden. Die Gottesdienste der Gro\u00dfen Fastenzeit begannen mich zu ver\u00e4ndern. Eines Nachts bei einem Gottesdienst der Fastenzeit beugten sich meine Knie. Ich empfand mich vor Gott kniend, und ich f\u00fchlte mich so schrecklich daf\u00fcr, da\u00df ich mich zur\u00fcckgehalten hatte. Ich f\u00fchlte mich als solch ein Narr und hochm\u00fctiger Idiot. Alles in mir hatte mir von Christi Gro\u00dfem Gutem Herzen erz\u00e4hlt, und ich hatte Seine Umarmung zur\u00fcckgewiesen. Als mein Kopf den Boden ber\u00fchrte, brach Gott mein Herz. Ich schluchzte. Als Vater Victor kam, um die Ikone neben mir zu ber\u00e4uchern, wu\u00dfte ich, da\u00df er mich weinen h\u00f6rte. Ich konnte nicht aufh\u00f6ren. Ich war so verlegen, ich f\u00fchlte mich so entbl\u00f6\u00dft. Leute, mit denen ich wochenlang regelm\u00e4\u00dfig zusammengewesen war, standen neben mir in der Kirche. Sie hatten mich als \u00fcberheblich in meinem Buddhismus erlebt, sie hatten gesehen, wie ich zur\u00fcckstand. Sie hatten gesehen, wie ich mich bekreuzigte und noch immer reserviert war. Und jetzt sahen sie mich auf Knien und wie mein Kopf den h\u00f6lzernen Boden ber\u00fchrte, und sie sahen mich weinen, als Gott mein Herz brach.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Genau dort brach Gott mein Herz. Ich kann auf den Punkt zeigen. Er hatte mich in jener Nacht gerufen. Er war als Licht in mich gekommen. Jetzt brach Er mein Herz. Ich kann es nicht deutlicher erkl\u00e4ren. Gott brach meine \u00dcberheblichkeit und meine Einsamkeit, und Er machte die Einsamkeit nicht l\u00e4nger m\u00f6glich. Er hielt mich mit Seiner Liebe, ausgesetzt in der Zeit, und ich war nicht eines Jota dessen w\u00fcrdig.\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Nun wurde ich von der Liebe gebrochen. Ich war ein Bettler. Ich bin ein Bettler.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Die Abendgottesdienste h\u00e4uften sich und wurden intensiver. Meine Frau war zornig dar\u00fcber, da\u00df ich so oft fort war, und wir stimmten h\u00e4ufig nicht \u00fcberein. Ich bekam nicht viel Unterst\u00fctzung daf\u00fcr, diese Bewegung hin zum christlichen Weg fortzusetzen. Meine Freunde dachten, ich w\u00e4re verr\u00fcckt. Meine buddhistischen <em>sangha<\/em>-Mitglieder wu\u00dften nicht einmal etwas \u00fcber meine parallelen Kirchbesuche. Je st\u00e4rker ich zur Kirche hingezogen wurde, desto gr\u00f6\u00dfer schienen die Kr\u00e4fte zu sein, die mich zur\u00fcckzogen. Die Widerspr\u00fcche und die Heuchelei meiner eigenen Teilnahme als Buddhist in einer christlichen Kirche waren sogar f\u00fcr mich offensichtlich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Erst in jener Nacht erkannte ich, da\u00df es keine R\u00fcckkehr mehr gab. Ich liebte, und ich mu\u00dfte so nahe wie m\u00f6glich zur Quelle der Liebe gelangen. Ich denke, ich war eine Zeitlang ein bi\u00dfchen verr\u00fcckt. Die Sehnsucht h\u00f6rte nicht auf. Es schien mir, sie wurde st\u00e4rker, je weiter die Gro\u00dfe Fastenzeit fortschritt. Beim geringsten Anla\u00df brach ich in Tr\u00e4nen aus. Ich ging die Stra\u00dfe hinunter und sah ein altes Paar, das sich an den H\u00e4nden hielt, und mir liefen die Tr\u00e4nen in Str\u00f6men. Ich war \u00fcberw\u00e4ltigt von den Gottesdiensten und der Liturgie. Ich h\u00f6rte die Glocken l\u00e4uten beim Beginn der Rezitation des Glaubensbekenntnisses, und ich mu\u00dfte mich mit Tr\u00e4nen abwenden. Ich begann in der Ecke zu stehen, weil ich so verlegen war. Wenn ich weiter vorn gestanden h\u00e4tte, h\u00e4tte ich den Chor besser h\u00f6ren k\u00f6nnen; das vermi\u00dfte ich, aber ich stand in meiner Ecke und f\u00fchlte mich wie ein Bettler, der von einem Lagerfeuer gew\u00e4rmt wurde.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich schrieb an Vater Damascene, der sich in Alaska aufhielt, und an den Rektor der Holy Trinity Cathedral, Vater Victor Sokolov, um ihnen mitzuteilen, was in mir geschah, und \u00fcber mein wachsendes Bed\u00fcrfnis, die Orthodoxie ernsthafter zu erforschen. Vater Damascene antwortete mit einem wundervollen Brief und Ermutigung. Ich war sehr bewegt durch seine Freundlichkeit. Ich bat um ein Treffen mit Vater Victor.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich wu\u00dfte, da\u00df mein Lehrer bald eintreffen w\u00fcrde, und ich rief ihn an und bat ihn darum, etwa Zeit f\u00fcr ein Treffen mit mir einzuplanen. Ich hatte meine Gel\u00fcbde ihm gegen\u00fcber gebrochen, nicht, weil ich begann, das Christentum anzunehmen, sondern weil ich ihm nicht mehr genug dahingehend vertraute, da\u00df er die Erfahrung des Lichts, Das Kein Licht Ist, Das Meinen Namen Kennt, verstand. Ich sp\u00fcrte, da\u00df er, weil er eine atheistische Position eingenommen hatte, <em>a priori <\/em>nicht das Wesen der Erfahrung des Lichts verstehen w\u00fcrde. Dies war der Augenblick, in dem ich meine Gel\u00fcbde brach. Ich verletzte das Lehrer-Sch\u00fcler-Vertrauen. Aber infolge dieses Bruchs war ich in der Lage, mich f\u00fcr eine vollst\u00e4ndigere Erfahrung des Heiligen Geistes zu \u00f6ffnen, um einen Teil von mir zu \u00f6ffnen, den <em>nicht<\/em> zu \u00f6ffnen ich verpflichtet war aufgrund meiner Gel\u00fcbde.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Jene buddhistischen Gel\u00fcbde waren zu einer bestimmten Zeit das Zentrum meiner Identit\u00e4t und meines Lebens. Ich versuchte, die Gel\u00fcbde ernstzunehmen. Ich liebte Rinpoche. Noch immer tue ich das. Ich f\u00fchlte eine unbeschreibliche Verantwortung daf\u00fcr, eine Kette von Gedanken und Methoden mystisch weiterzuf\u00fchren, die den Menschen half, die Muster, die sie davon abhielten, sich in die nat\u00fcrliche Gutheit des Seins und Nichtseins hinein zu entspannen, zu sehen. Ich hatte mich dessen verpflichtet, und ich hoffe noch immer, da\u00df ein Teil jener Verpflichtung zum Guten und zur Befreiung in mir ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich begegnete Rinpoche, und wir begannen miteinander zu sprechen. Ich fragte, ob wir aus dem Wohnzimmer in sein privates Zimmer wechseln k\u00f6nnten. Ich wei\u00df, da\u00df er ein Unbehagen wahrnahm. Ich erz\u00e4hlte ihm, was geschehen war und versuchte, ihm die Erfahrung des Lichts, Das Kein Licht ist, m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig zu erkl\u00e4ren. Ich denke, da\u00df er in mir sah, da\u00df das Erlebnis real war. Vielleicht spiegelte es sich in den Tr\u00e4nen wider. Wieder wurde ich von diesen Tr\u00e4nen der Freude und der Angst \u00fcberw\u00e4ltigt. Ich hatte Angst, da\u00df ich eine Saite durchtrennt hatte, die mich geistig ern\u00e4hrte. Ich hatte darum gebeten, aus der Energielinie herausgenommen zu werden, die sich wie ein Flu\u00df durch den Kosmos bewegt. Ich war aus dem Strom herausgenommen worden. Ich war ein fr\u00fcherer Buddhist. All meine G\u00f6tter waren mir fortgenommen worden: meine Bilder des Bewu\u00dftseins, des Weges, in dem die Welt widergespiegelt wurde. Die <em>Yidams <\/em>und <em>Sch\u00fctzer<\/em><a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">3<\/a>, mit denen ich eine Welt teilte, waren f\u00fcr mich nicht mehr da. Es war ein seltsamer Verlust, doch es war ein m\u00e4chtiger.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ziemlich pl\u00f6tzlich bat ich darum, von meinen Gel\u00fcbden entbunden zu werden. Es brach gewisserma\u00dfen aus meinem Mund hervor. Ich f\u00fchlte mich schrecklich. Ich h\u00f6rte meine eigenen Worte, die darum baten, von meinen Gel\u00fcbden entbunden zu werden, und ich empfand, einen Mann verraten zu haben, den ich liebte und der mich innig liebte. Er war fast acht Jahre lang mein Spiritueller Vater gewesen. Ich wu\u00dfte, da\u00df ich ihn verletzte. Ich verletzte ihn, weil er mich liebte, und ich wu\u00dfte dies, und weil ich mich verpflichtet hatte, mich diesem Strom der Ordinationslinie anzuschlie\u00dfen, bis alle Wesen befreit waren. Es war mehr als ein pers\u00f6nliches Gel\u00fcbde ihm gegen\u00fcber. Ich wu\u00dfte das. Jene Methoden, das weite Spektrum der Wesenheiten und Welten zu betrachten und zu identifizieren, waren die zentralen Bezugspunkte meines Lebens. Es gibt Str\u00f6me der Ordinationslinien im Buddhismus, die besondere Kosmologien und Weisen, die Welt zu sehen, haben. Sie alle beziehen sich auf die Grundlage der Religion: Mitgef\u00fchl und Bewu\u00dftsein. Ich bat darum, nicht mehr zugeh\u00f6rig zu sein zu etwas, das mehr war als ein <em>sangha<\/em>.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Alles war von Trauer ver\u00e4zt. Rinpoche sagte, er w\u00fcrde mich von meinen Gel\u00fcbden befreien. Er sagte, ich k\u00f6nne den christlichen Pfad ein Jahr lang erkunden und ich k\u00f6nne innerhalb dieses Jahres zu meinen Gel\u00fcbden zur\u00fcckkehren, wenn ich dies w\u00fcnsche. Er sah, da\u00df ich eine Umwandlung erfahren hatte \u2013 aber ich hatte keine Vorstellung davon, was er sah. Er war wie stets der G\u00fcte zugeneigt und schuf die M\u00f6glichkeit von Weitr\u00e4umigkeit in einem schrecklichen Augenblick. Er konnte stets einen Flu\u00df des Gegebenen auf den Kopf stellen. Deshalb war er ein solch guter Lehrer f\u00fcr mich. Er kehrte meine Reaktionsmuster gegen\u00fcber der Welt aus dem Inneren nach au\u00dfen. Doch durch die Erfahrung des Lichts Gottes war alles nichtig geworden. Ich sagte ihm, da\u00df ich mich nicht zur\u00fcckhalten w\u00fcrde und da\u00df ich dort so tief, wie ich k\u00f6nnte, hineingehen w\u00fcrde.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Er sagte, meine einzige Verantwortung ihm gegen\u00fcber sei, ein guter Christ zu sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich denke, wir weinten beide. So erinnere ich mich daran. Doch vielleicht war ich es auch nur. Ich ging fort wie in einer Art Schock. Ich f\u00fchlte mich, als w\u00e4re jemand gestorben. Ich hatte ein schreckliches Gef\u00fchl, als w\u00e4re ein Unfall geschehen und alles h\u00e4tte sich in einer Sekunde ver\u00e4ndert. Dann gibt es diesen zerrei\u00dfenden Augenblick der Gewi\u00dfheit und Entsetzen, in dem etwas geboren wird und etwas im letzten Moment entschwindet. Rinpoche hat stets versucht, uns zu zeigen, wie man diese Augenblicke in Punkte des Bewu\u00dftseins verwandelt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich fuhr \u00fcber die Bay Bridge nach Hause, als mir schlagartig in den Sinn kam, da\u00df es jenseits der Trauer eine Gewi\u00dfheit gab, da\u00df die Entscheidung richtig war. Es war eine sonderbare, bitters\u00fc\u00dfe Erinnerung an das Licht, Das Kein Licht Ist, Das Meinen Namen Kennt. Sogar in all der Bedr\u00e4ngnis war es da. Ich begann mich an alles zu erinnern und mir alles vor Augen zu f\u00fchren \u2013 von jenem Ruf in der Nacht, als ich nach Einbrechern suchte. Ich hatte Gott in all der Zeit vergessen. Das ist mein Problem. Ich verga\u00df Gott zwanzig Jahre lang.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich war buchst\u00e4blich wachgerufen worden, zur Pforte gerufen und hereingebeten worden. Ich versuchte mich an das erste Mal zu erinnern, da ich mich bekreuzigte, und an die Stelle, wo Gott mein Herz brach.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Manchmal mu\u00df Gott uns Idioten mit einem Kantholz auf den Kopf schlagen, bevor wir es kapieren. Mein Magen war verknotet, doch ich sp\u00fcrte trotzdem, da\u00df es okay war. Es gab einen kleinen Punkt der Ruhe, ein Auge im Sturm. Zweifel und Trauer wurden in atmosph\u00e4rische Bedingungen getaucht, die diese kleine Perle der Gewi\u00dfheit \u00fcber die Liebe Gottes umgaben. Es war eine Sache des Erinnerns und Wiedererinnern den ganzen Tag hindurch, da\u00df es sie gab.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Schlie\u00dflich gab es eine Zielrichtung in diesem seltsamen Zusammenflu\u00df der Zeit, der Umst\u00e4nde und des Mysteriums. Es schien in diesem gro\u00dfen Drama und Plan des Seins eine zentrale Quelle der sich-selbst-verstr\u00f6menden Liebe zu geben, die durch alles, was ist, weht und jeden und alles zur G\u00f6ttlichen Liebe zur\u00fcckruft. Dies ist die Beschreibung, die dem meiner Ansicht nach am n\u00e4chsten kommt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich sandte Vr. Victor eine e-mail, da\u00df ich von meinen buddhistischen Gel\u00fcbden entbunden sei. Ich bat ihn, sich mit mir zu treffen, so da\u00df ich herausfinden k\u00f6nnte, wie es von hier aus nun weiterging. Ich nahm weiterhin an den Gottesdiensten der Gro\u00dfen Fastenzeit teil. Als sich Pas\u2019cha n\u00e4herte, war ich ersch\u00f6pft. Ich war ausgelaugt und leer, abgesehen von dem kleinen Licht, das irgendwo im Hintergrund stand. Alles war innerhalb weniger Monate auf den Kopf gestellt worden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich traf Vr. Victor, und wir sprachen miteinander. Er schlug mir ein paar B\u00fccher vor und ermutigte mich, weiterhin an den Gottesdiensten teilzunehmen. Er erinnerte mich daran, da\u00df es alle paar Wochen nach der Vesper eine Studiengruppe gab. Mein Treffen mit Vr. Victor war sehr angenehm. Er wu\u00dfte es zu jener Zeit nicht, aber er gab mir wahrscheinlich einen der bemerkenswertesten Ratsch\u00e4ge, die man nur einem Buddhisten geben konnte, der nach Christus Ausschau hielt. Er sprach die Worte schnell und gewisserma\u00dfen beil\u00e4ufig. Er hielt inne, wandte sich zu mir um und sagte: \u201eAuch wenn Sie nichts haben, dann bringen Sie eben nichts dar.\u201c In jenem Augenblick machte Gott die Welt so, da\u00df sie \u00fcberreich erschien, und Vr. Victor half. Ich erkannte, da\u00df ich Gott alles darbringen konnte. Ich konnte Ihm meine Trauer und Bedr\u00fcckung darbringen, meinen Zorn und mein Mi\u00dftrauen. An einem guten Tag konnte ich Ihm etwas Freude und eine Traube des Gl\u00fccks darbringen. Das war etwas sehr Wichtiges zu h\u00f6ren f\u00fcr mich. Ob es eine Paraphrase von einem anderen war oder nicht, k\u00fcmmert mich nicht. In diesem Augenblick geh\u00f6rten Vr. Victor diese Worte, und sie waren seitdem immer bei mir. Niemals hat es seitdem auch nur einen Augenblick gegeben, in dem ich nicht etwas gehabt h\u00e4tte, das ich Gott darbringen konnte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Je mehr ich mich der Kirche n\u00e4herte, desto angespannter wurde es zu Hause. Diane vermi\u00dfte mich und war nicht sehr feinsinnig darin, mich das wissen zu lassen. Nat\u00fcrlich wu\u00dfte sie nach dreiundzwanzig jahren (zu jener Zeit), da\u00df Feinsinnigkeit bei mir nichts bewirkte. Ich bin zu dumm. Die schwierigsten pers\u00f6nlichen Br\u00fcche waren jene mit meinen Freunden in der buddhistischen Gruppe. Ich bat um die Erlaubnis meines Lehrers, meiner Vajra-Schwester und meinem Vajra-Bruder (meinen engsten Verwandten in dieser Gruppe) die ganze Geschichte zu erz\u00e4hlen, damit sie genau wu\u00dften, was geschehen war. Ich bef\u00fcrchte, wir hatten keinen gemeinsamen Erfahrungsschatz oder Sprache. Ungeachtet dessen, was ich \u00fcber das Geschehene sagte, sahen sie nur, da\u00df ich meine Gel\u00fcbde gebrochen hatte. Es war f\u00fcr die Menschen sehr schmerzhaft und schwierig zu h\u00f6ren. Wie ich sagte, es stand mehr auf dem Spiel als nur eine kleine Gruppe von Menschen. Wir sprachen \u00fcber die Fortsetzung der Ordinationslinie, und jene Gel\u00fcbde waren Teil dieser Verpflichtung. Ihr Zorn war in Wirklichkeit ein Zeichen ihrer Hingabe an Rinpoche. Sie f\u00fchlten sich betrogen und verletzt und w\u00fctend. Ich brach ein spirituelles Band zwischen uns. Sie hatten recht. Doch mir stand noch eine harte Zeit bevor, das zu verstehen, was mir als Mangel an Liebe erschien. Es gab ein langes Schweigen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Am 23. Mai 1999 wurde ich in der Holy Trinity Cathedral in die Orthodoxe Kirche getauft. Die folgende Kopie eines Briefes, den ich an meinen Priester schickte, kann etwas davon vermitteln, was das Sakrament f\u00fcr mich bedeutete. \u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Lieber Vater Victor,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">heute vollendeten sich vier Monate, in denen ich versucht habe, das <em>Mysterium <\/em>von Gottes Sein und Seiner tiefen Sehnsucht nach jedem von uns anzunehmen. Ich wei\u00df, da\u00df dies erst der Anfang ist. Ich wei\u00df, da\u00df ich derart neu und jung darin bin, da\u00df die Gefahr besteht, da\u00df die Kraft dieser Freude mich denken l\u00e4\u00dft, ich w\u00fcrde Dinge wissen, die ich nicht wei\u00df. Aber heute war es wundervoll \u2013 voller Wunder.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Die unbeschreibliche Dankbarkeit, die ich heute f\u00fchlte, war unvollst\u00e4ndig, schwach. Ich bin es jetzt nicht, noch werde ich jemals in der Lage sein, mich mit Dankbarkeit gegen\u00fcber Gott auf eine Weise zu erf\u00fcllen, die Ihm irgendwie von Nutzen sein k\u00f6nnte. Ich bin ein schwaches Beispiel an Fr\u00f6mmigkeit, doch f\u00fcr mich ist dieser Tag ein \u00fcberflie\u00dfendes Ma\u00df, das sich \u00fcber den Boden ergie\u00dft und den Keller mit Dankbarkeit erf\u00fcllt. Was kann ich Gott nur zur\u00fcckgeben? Was k\u00f6nnte ich jemals etwas ersinnen, das eine Opfergabe f\u00fcr Gott w\u00e4re? Ich kann mir nicht vorstellen, jemals diesen Fr\u00fchling in mir ausdr\u00fccken zu k\u00f6nnen. Aber wenn ich es k\u00f6nnte, so w\u00e4re es heute. Ich w\u00fcrde zu Gott gehen und Ihm diesen Tag darbringen als das, was ich geben k\u00f6nnte. Ich w\u00fcrde meine Taschen mit diesem Tag leeren und sagen: \u201eBitte, Herr, das ist das Beste, was ich habe. Bitte nimm ihn von mir \u2013 diesen Tag.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Tr\u00e4nen laufen meine Wangen herunter. Meine Frau steht nur einen Herzschlag entfernt und schaut zu. Ich h\u00f6re den Chor. Ich fange ihren Blick. Ich sehe, da\u00df Sie sich auf mich zubewegen. Es ist wie in Zeitlupe \u2013 eine Filmszene au\u00dferhalb der Zeit. Die Kirche atmet Licht. Ich sehe Ihr Kreuz vor mir, das Gold in der diffusen Sonne, den wei\u00dfen Stoff Ihres Gewandes. Die Worte, die Sie sprechen, klingen wie Glocken. Ich stehe nur da. Ich bin nur diese stille Person, die an diesem sch\u00f6nen Ort steht. Es ist eine F\u00fclle vorhanden, die ich niemals zuvor erfahren habe \u2013 eine Empfindung, von Gott tief im Inneren erkannt zu sein. Ich bin mir darin sicher. Die Kl\u00fcfte meines Herzens, jene dunklen, verborgenen, traurigen St\u00e4tten, die ich f\u00fcr mein ganzes Leben lang f\u00fcr die Liebe verschlossen hatte, scheinen von einer Gro\u00dfen G\u00fcte ber\u00fchrt worden zu sein. Der Schnee schmilzt. Ich f\u00fchle es in mir. Die Gletscher verwandeln sich in Seen\u2026 Die T\u00fcren sind offen, und der Wind weht gegen die Vorh\u00e4nge. Auf dem Boden ist ein Flecken warmes Sonnenlicht, und Staubteilchen leuchten in der Luft; sie wirbeln umher wie die Muster auf dem Gewand eines T\u00e4nzers, das \u00fcber den Boden fegt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Lieber Vater Victor, das ist nicht eine zweite Chance \u2013 es ist eine erste Chance. Ich bin neu f\u00fcr das Leben, neu f\u00fcr diese Welt. Ich habe niemals etwas wie dieses Neusein empfunden. Ich f\u00fchle mich sauber im Innern. Ich f\u00fchle mich, als h\u00e4tte ich niemals zuvor Sonnenlicht gesehen. Ich bin erstaunt \u00fcber die Augen der Menschen. Die kleinen F\u00e4ltchen um ihre Lippen, wenn sie l\u00e4cheln. Die Weise, wie der Morgen durch sie leuchtet und nicht nur auf sie. Sie sehen so wundervoll aus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Das Wasser wusch mich. Ich habe niemals gedacht, ich k\u00f6nnte das verstehen oder auch nur sagen. Das \u00d6l segnete mich. Versiegelte mich im Leib einer zeitlosen Kirche.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Das ist kein Archetyp oder Symbol oder nur ein Ritual, eingeschlossen in eine kleine Kirche in San Francisco. Es ist wirklich und wunderbar, und es ist von Gott f\u00fcr alle von uns. Alles in mir sagt, da\u00df es wahr ist. Ich erinnere mich an Johanns Hand auf meinem Arm, die mir half, als ich in den Flu\u00df Jordan stieg. Ich erinnere mich an die S\u00e4ule aus Sonnenlicht und die Ikone Christi hinter den K\u00f6niglichen T\u00fcren. Ich erinnere mich daran, wie Diane am Ufer weinte. Ich erinnere mich an Ihre Stimme, und ich erinnere mich daran, wie mir Gott half unter dem Wasser und mich aufnahm und mich wusch und mich heraushob, um der Welt zu zeigen, da\u00df ein neues Kind geboren ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Sie f\u00fchrten mich vom Flu\u00df fort, meine Kleidung klebte an mir, als ich nach Ihrer Hand griff, die in das liturgische Gewand geh\u00fcllt war \u2013 Freude in meinem Herzen, w\u00e4hrend ich jeden Schritt sah und das L\u00e4cheln und die Augen der Kirche lebendig am Morgen. Am Ufer warteten die Menschen. Meine Frau sah zu und jene wunderbaren Menschen, die mich seit dem Verlorenen Sohne ermutigt hatten, wiederzukommen \u2013 immer zur\u00fcckzukehren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Immer zur\u00fcckzukehren: diese Formel der Umkehr \u2013 dieser Lauf der Freiheit, zur\u00fcckzukehren \u2013 war mein \u201efreier Weg\u201c der R\u00fcckkehr und Reue gewesen, seit Gott mein Herz brach. Ich kann Ihnen die Stelle zeigen, wo Gott mein Herz in Ihrer Kirche brach \u2013 in unserer Kirche. Ich kann Ihnen zeigen, wo ich den Boden mit meinem \u00c4rmel wischte, nachdem ich schlie\u00dflich vor Ihm niedergefallen war, wobei ich Ihn anrief und Ihm antwortete. Wie k\u00f6nnte ich anderswohin gehen? Welcher Ort k\u00f6nnte mehr Zuhause sein? Ich will an diesem Ort sein, wo Gott mein Herz brach.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Als ich mich dem Kelch n\u00e4herte, kehrte ich nach Hause zur\u00fcck.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Als ich aufwuchs, empfing ich die Kommunion, aber ich habe niemals wirklich an der Eucharistie teilgenommen. Heute wurde mir durch die Gnade die M\u00f6glichkeit gegeben, den Leib Christi zu mir zu nehmen und das Blut Christi zu trinken. Es gibt keine realen Worte daf\u00fcr \u2013 es ist ein Mysterium, \u00fcber das ich nicht einmal beginnen kann zu sprechen. Ich bin sprachlos davor. Ich bin nur \u00fcber alle Ma\u00dfen dankbar und gesegnet im Schweigen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Und ich bin schlie\u00dflich zu Hause. Aus irgendeinem unbekannten Grund liebt mich Gott. Mich! Ich wei\u00df, da\u00df dies wahr ist. Er liebt mich als mich \u2013 mit einem Namen, meinem Namen. Gott kennt meinen Namen! Gott kennt mein Herz und mein Gehirn und mein Fett und meine Muskeln, und Er liebt mich. Gott kennt jeden Gedanken von mir und Furcht und Schmerz, und Er nimmt mich trotzdem an. Das ist die allerunglaublichste Wirklichkeit. Oh, Vater, heute geschah Gottes gro\u00dfe Gabe an mich und von mir an Ihn. Ich bin arm und leer vor ihr.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Und doch bin ich in dieser meiner Leere voll von Ihm. Heute wurde ich entleert, und heute wurde ich erf\u00fcllt. Sie hielten den Kelch f\u00fcr Gott. Als Diener des Leibes Christi bliesen Sie mich an, wuschen mich und salbten mich mit Seinem \u00d6l. Sie gaben mir zu trinken, und Sie gaben mir zu essen. Das ist es, was Er Ihnen zu tun aufgetragen hat. Aber es war <em>Er<\/em>, Der mich heute leerte, und <em>Er<\/em>, Der mich erf\u00fcllte mit Seiner Gnade.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Das ist das Mysterium, das wir heute miteinander teilten. Sie und ich und die gro\u00dfartigen guten Herzen, die den Leib der Kirche bilden. Es war meine Reise und unsere als die der Kirche.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich wurde wachger\u00fcttelt durch Wasser und Gnade und Gottes Liebe. Ich wurde gesalbt mit \u00d6l zu dieser Zeit und auf ewig. Ich wurde erneuert, gefunden und herausgerufen; mir wurde vergeben und vergeben und vergeben. Mir wurde das Verst\u00e4ndnis eines Mysteriums eingefl\u00f6\u00dft, das jenseits meines Verstehens liegt. Ich bin ein Narr und ein S\u00fcnder, aber ich wurde vom Heiligen Geist umfangen und vor einer Kirche, die auf ewig bestehen wird, mit einem Namen versehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Ich bringe Gott den heutigen Tag dar, Vater. Nur Dankbarkeit und Gebet und Stille. Gute Nacht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Liebe in Christus,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif; font-size: 14pt;\">Nilus<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif;\">Anm. des Hg.: Bei der Taufe empfing der Verfasser den Namen eines Heiligen aus der \u201eN\u00f6rdlichen Thebais\u201c Ru\u00dflands, des hl. Nil von Sora, der im f\u00fcnfzehnten Jahrhundert lebte.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif;\">* Erstver\u00f6ffentlichung in: <em>&#8222;The orthodox Word&#8220;, <\/em>Nr. 217, M\u00e4rz-April 2001; deutsche Ver\u00f6ffentlichung: &#8222;Der Schmale Pfad&#8220;, Band 45, September 2013, Hg. Johannes A. Wolf, <a href=\"http:\/\/www.orthlit.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" data-saferedirecturl=\"https:\/\/www.google.com\/url?q=http:\/\/www.orthlit.de&amp;source=gmail&amp;ust=1612339290695000&amp;usg=AFQjCNEzrrnNSVYqhQCOvhPLH1EgkiTolg\">www.orthlit.de<\/a><br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">1<\/a> <em>Tantra <\/em>ist eine Lehrsystem, in dem die Beziehung der Praktizierenden mit deren allt\u00e4glichem Leben betont wird. <em>Dzogchen <\/em>ist der Wegfall von Lehrformen, basierend auf pl\u00f6tzlichem und spontanen Erwachen. (<em>Fu\u00dfnoten vom engl. Hg.<\/em>)<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">2<\/a> Hieromonk Damascene, <em>Christ the Eternal Tao<\/em>, St. Herman of Alaska Brotherhood, Platina, Ca. 1999. (<em>\u00dcbers.<\/em>)<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: 'book antiqua', palatino, serif;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">3<\/a> <em>Yidams <\/em>sind Teil der tibetanischen Kosmologie der \u201eenergetischen Wesen\u201c, die von Buddhisten angerufen werden. <em>Sch\u00fctzer <\/em>sind W\u00e4chter der buddhistischen Lehre (<em>Anm. engl. Hg.)<\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Buddhismus zum Christentum Nilus Stryker: Durch das \u00f6stliche Tor \u2013 das Licht, das meinen Namen kannte* Ich war zehn Jahre lang Buddhist gewesen. 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