4. Juli 2022 – Vierhundertster Todestag des hl. Luarsab, des Königs von Georgien

Gedächtnis des hl. Königs und Märtyrers Luarsab von Georgien

Der heilige Luarsab bestieg den Thron des Königreichs von Kartli im Jahr 1606 als Vierzehnjähriger. Den Thron ererbte er von seinem Vater Georgi X., der für den orthodoxen Glauben gelitten hatte und als Gefangener des persischen Schah’s Abbas I. umgekommen war. Obwohl der heilige Luarsab viele Male einem vom Schah ersonnen Hinterhalt entkam, wurde er schließlich an den persischen Hof verbracht. Zur Großen Fastenzeit lud ihn der Schah zu einem Gastmahl ein, in dessen Verlauf man dem jungen König Gift bringen ließ. Luarsab verweigerte den Trank. Darauf forderte der Schah von ihm, sich von Christus loszusagen, aber der König antwortete: „Um nichts in der Welt werde ich mich deinem Befehl fügen, denn ich bin auf den Namen Christi getauft und an ihn allein glaube ich“.

Man ergriff den hl. Luarsab und schickte ihn nach Schiraz, wo er sieben Jahre lang qualvoll in Kerkerhaft gehalten wurde. Täglich besuchten den Heiligen gelehrte Muslime und zwangen ihn, den Islam anzunehmen. Auf Anordnung des Schah’s wurde er am 21. Juni (nach gregor. Kalender) im Gefängnis zusammen mit zwei Dienern erwürgt. Bald darauf erschien über seinem Grab ein himmlischer Glanz.

Quelle: Heiligenleben der Orthodoxen Kirche, Sretenskij-Kloster, Moskau 2011

 

Himmelfahrt des Herrn in der Emmeram-Kapelle

St. Emmeram (Feldkirchen) – WikipediaDas Hochfest der Himmelfahrt des Herrn am Donnerstag, den 2. Juni, findet dieses Jahr wieder in der Emmeram-Kapelle in Feldkirchen statt.

9:00 Uhr: Stunden, Liturgie                                                  ab 8:45 Uhr: Beichtgelegenheit (notwendig zum Empfang der hll. Gaben)

Adresse: Ecke Kapellenstraße / Emeranstraße, 85622 Feldkirchen, 10 Minuten zu Fuß vom S-Bahnhof Feldkirchen

 

 

Biblische Gespräche

Die nächsten Termine für die biblischen Gespräche zum Lukasevangelium sind verlegt auf den 19. Mai und der 2. Juni! (Am 12. Mai findet kein Gespräch statt). Die nächste Gesprächsreihe beginnt im September zur Apostelgeschichte.

 

Sendschreiben Seiner Eminenz Mark, des Metropoliten von Berlin und Deutschland, an alle Gemeinden der deutschen Diözese

Liebe Väter im Herrn, liebe Brüder und Schwestern!

In diesen schrecklichen Tagen, in denen sich Ströme von Blut mit Strömen von Lüge und Täuschung mischen, ist es für uns Christen nicht hinnehmbar, dem Geist des Krieges zu erliegen. Der Geist des Krieges ist fordernd. Er fordert Parteiungen. Er fordert Hass.

Wir Christen müssen verstehen: Der Zorn und Groll, mit dem der Krieg tobt, ist der Zorn und Groll der Hölle. Der Feind Gottes berauscht sich nicht so sehr an menschlichem Blut, als an menschlicher Verbitterung und Spaltung. Der Teufel will nichts sehnlicher, als den Menschen von seinem Nächsten, von der Kirche und von Christus zu trennen. Und das ist nichts Neues. Vor Beginn der Großen Fastenzeit, am Samstag der Fleischentsagung, hat uns der Herr gewarnt: „Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; habt acht, erschreckt nicht; denn dies alles muss geschehen; […] Denn ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; […] Und dann werden viele Anstoß nehmen, einander verraten und einander hassen. […] Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden“ (Mt 24,6-13; Lk 21,8-36).

Vor uns liegt ein gerechtes, allumfassendes Gericht Gottes. Dort, wo die Erinnerung daran verloren gegangen ist, wird schnell und einfach geurteilt – und auch das ist ein Krieg, der Krieg des Teufels gegen Gott von alters her. Auf wessen Seite sollen wir uns stellen?

Dieses Wort richtet sich sowohl an diejenigen, die hier bereits kirchliche Verantwortung tragen, als auch an Neuankömmlinge. Die deutsche Diözese ist unsere Ortskirche. Sowohl Priester als auch Gläubige verschiedener Nationalitäten kommen zu ihr: Ukrainer, Russen, Weißrussen, Karpaten-Russen, Juden, eingewanderte Russlanddeutsche, hier ansässige Deutsche, Griechen, Moldawier, Serben, Georgier, Polen, Tschechen, Ungarn… Jeder von uns liebt seine Heimat. Aber der barmherzige Herr hat uns vereint und uns dazu berufen, das kirchliche Leben dieser Diözese aufzubauen, zum Heil der gegenwärtigen und zukünftigen Generationen orthodoxer Christen in diesem Land. Hier sollen wir das Gottesvolk sein, das dem einen Gott dient.

Wenn wir es zulassen, dass dieses Dienen nach nationaler Zugehörigkeit zerteilt wird, begehen wir eine sehr schwere Sünde. Wir zerreißen den lebendigen, einen Leib der Kirche. Genau dieses Zerreißen, diese Spaltung will und fordert der Fürst dieser Welt immer nachdrücklicher von uns. Wir erinnern uns, dass auch von Christus gefordert wurde, als politischer Führer aufzutreten und die Besatzer zu unterwerfen. Er sollte sich von den römischen Eroberern trennen und nicht zum Gott aller Menschen werden, sondern des einen leidenden Volkes. Und als er diesen – wie es damals vielen schien – wohlverdienten, berechtigten politischen Erwartungen und Forderungen nicht entsprach – wir erinnern uns daran, was diejenigen, die diese Forderungen stellten, mit ihm getan haben.

Politik setzt immer eine Einteilung in Freund und Feind voraus. Doch das unblutige Opfer Christi wird „für alle und wegen allem“ dargebracht. Wenn wir in unserem Herzen nicht mit diesen Worten „für alle und wegen allem“ einverstanden sind, können wir dann die Kommunion empfangen? Sind wir dann wirklich Christen?

Erheben wir wenigstens für einen Moment unsere geistigen Augen. Wenden wir uns der unsichtbaren Welt der Engel zu. Die Verbindung mit dieser Welt feiert die Kirche besonders in der Liturgie: der kleine Einzug, der Cherubim-Gesang, „Heilig, heilig, heilig…“. Denn die Welt der Engel ist nicht durch die Mauern des Gotteshauses begrenzt. Selbst im Dröhnen des Kampfes, unter Geschossen und Bomben, wo es scheint, als würde die Hölle unbegrenzt herrschen, wird jeder Soldat von seinem Engel begleitet, der sich um ihn sorgt, ihn beschützt, mit ihm leidet und trauert. Dämonen streben als Diener des Teufels mit ihrem Hass danach, menschliche Körper, vor allem aber die Seelen zu zerstören. Engel, die Herolde Christi, bemühen sich mit ihrer Liebe, jeden Soldaten zu retten, ganz gleich auf welcher Seite er kämpft. Und nun durchdringt Schmerz die in der Kirche stehenden Mütter, Ehefrauen und Schwestern der Soldaten, für deren Rettung und Seelenfrieden wir beten, der Soldaten beider Seiten.

Wofür werden wir unsere Herzen öffnen – für die Liebe oder den Hass? Mit wem stehen wir in diesem wahren Kampf? Wenn wir Christen sind, werden wir den Geist des Krieges, der Christus fremd ist, ablehnen. Möge Frieden in unseren Herzen herrschen, der einzig wahre Frieden, den der Retter bereits mit sich gebracht hat. Lasst uns dem apostolischen Ruf folgen: „Gebt dem Teufel keinen Raum…! Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern bemühe sich vielmehr, mit den Händen etwas Gutes zu erarbeiten, damit er dem Bedürftigen etwas zu geben habe. Kein schlechtes Wort soll aus eurem Mund kommen, sondern was gut ist zur Erbauung, wo es nötig ist, damit es den Hörern Gnade bringe. Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr besiegelt worden seid […] Fern von euch sei alle Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei und Lästerung samt aller Bosheit. Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus“ (Eph 4,28-32).

Lasst uns fest an das Wort Christi glauben: „Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“ (Jo 16,33). Amen.

Samstag des Totengedenkens, am 6./19. März 2022

+ Mark, Metropolit von Berlin und Deutschland

 

Gottesdienste am Vorabend von Weihnachten und Theophanie

Aufgrund der geringen Anzahl an Priestern, die für die Kathedrale derzeit zur Verfügung stehen, werden statt der geplanten Gottesdienste zu Weihnachten und Theophanie die Gottesdienste jeweils am Vorabend gehalten, also am 6.1., dem Vorabend von Weihnachten, der in Bayern ein Feiertag ist, sowie am 17./18. Januar, dem Vorabend von Theophanie. Näheres: siehe Gottesdienstplan

 

Gesprächskreis zur orthodoxen Dogmatik

Am Sonntag, den 26.12.2021 findet in der Kathedralkirche der Russischen Neumärtyrer und Bekenner Russlands das nächste Gespräch mit Metropolit Mark zur orthodoxen Glaubenslehre (Dogmatik) statt. 

Beginn: 19:30; Ort: Lincolnstr. 58, Gemeindesaal (eigener Eingang)

 

Gedenken des hl. Märtyrers Anastasios von Epirus und des ehrwürdigen Daniel (18.11./1.12.)

Der heilige Anastasios lebte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es begab sich, dass er einmal zur Ernte aufbrach mit seiner Schwester und anderen Christen aus dem Dorf Paramythia in Epirus. Unterwegs begegnete ihnen ein Trupp berittener Muslime, angeführt von Musa, dem Sohn des örtlichen Pascha. Ergriffen von der Schönheit der Schwester Anastasios‘, entflammte Musa von Leidenschaft und wollte sie entführen. Aber Anastasios stürzte sich mutig auf die Türken und gab seiner Schwester auf diese Weise Zeit zu fliehen. Den Musa und seine Gefährten verjagten die Christen. Daraufhin führten die Türken vor dem Pascha Beschwerde. Der befahl, Anastasios zu verhaften und versuchte, den Heiligen zum Übertritt zum Islam zu bewegen, als er seines Mutes gewahr wurde. Aber keine Drohungen, keine Schläge, keine Haft, noch das Versprechen von Würden und Ehren vermochten den Glauben des jungen Menschen zu erschüttern.

Tief beeindruckt von der Standhaftigkeit des Anastasios, wollte Musa mehr über den Glauben erfahren, der den Christen eine Kraft verleiht, wie sie keine weltliche Gewalt gibt, und machte sich insgeheim zum Ort seiner Verbannung auf. In der Minute, als der Gefängniswächter die Tür öffnete, sah Musa neben dem Gefangenen zwei junge Männer, von denen ein Glanz ausging, aber sobald er eintrat, waren sie verschwunden. Auf sein Nachforschen hin entgegnete Anastasios, dass dies Schutzengel wären, die die Christen beschützten und ihnen besonders in den Prüfungen beistünden, die sie aus Liebe zu Christus zu bestehen hätten. Er erklärte Musa auch, warum sich Christen mit solcher Leichtigkeit von weltlichem Genuss lossagen und alle Qualen ertragen, in der Hoffnung auf die ewige Seligkeit. Das Herz des Muslims ward von Gnade erfüllt, und er warf sich dem Märtyrer zu Füßen und flehte ihn an, ihn zu den Christen hinzuzuzählen. Anastasios bat ihn jedoch noch etwas zu warten, da der Vater Musas die Christen jener Gegend möglicherweise verfolgen würde, wenn er von der Bekehrung seines Sohnes erführe. Einige Tage später, am 18. November des Jahres 1750, wurde Anastasios auf den Befehl des Pascha hin enthauptet, der nicht wusste, dass sein eigener Sohn von nun an ein heimlicher Christ geworden war.

Gleich darauf brach der Pascha in ein benachbartes Dorf auf, um bei einer Hochzeit gegenwärtig zu sein. Aus diesem Anlass begab sich Musa zum Grab des heiligen Märtyrers, um ihn zu verehren. Dort sah er Anastasios, von Glanz umgeben. Der Heilige rief Musa dazu auf, Christus nachzufolgen. Von einem Engel geführt reiste der junge Mann auf den Peloponnes, wo er geistliches Kind eines Altvaters und Asketen wurde, der ihn in den Geheimnissen des Glaubens und des asketischen Lebens unterwies. Danach fuhr Musa nach Patras und schiffte sich nach Venedig ein, um dort die heilige Taufe zu empfangen, ohne wegen der Türken bangen zu müssen. Nachdem er bei der Taufe den Namen Dimitrios erhalten hatte, nahm er in einem Kloster auf der Insel Korfu die monastische Lebensweise mit dem Namen Daniel an. Aber die asketischen Mühen stillten nicht seinen Durst, Christus in allem nachzufolgen, und so zog er nach Konstantinopel, um seinen Lebensweg mit der Annahme das Martyriums würdig zu beschließen. Jedoch brachten ihn die Christen vor Ort davon ab, den Tod freiwillig auf sich zu nehmen, da sie befürchteten, die übrigen Gläubigen könnten dadurch Verfolgungen ausgesetzt werden. Daraufhin kehrte der ehrwürdige Daniel nach Korfu zurück, wo er eine Kirche zu Ehren des heiligen Anastasios gründete. Dort entschlief der Heilige friedlich zum Herrn.  (Aus den Heiligenleben der Orthodoxen Kirche, Moskau 2011. Eigene Übersetzung)

Auf die Gebete Deiner Heiligen,

Herr Jesus Christus, erbarme Dich unser.

Amen.

 

Biblische Gespräche

Am Fest „Schutz und Schirm der Gottesmutter“, Donnerstag, den 14.10. um 18:30 Uhr beginnen von Neuem die biblischen Gespräche, die von 2017-2020 regelmäßig als eine Veranstaltung der orthodoxen Pfarrkonferenz München in der Salvatorkirche stattgefunden haben.

Die einzelnen Termine und Themen sind unter der Rubrik „Biblische Gespräche“ auf dieser Seite ersichtlich.

Der neue Veranstaltungsort ist die Siluankapelle, mit der wir weiterhin über einen Ort im Zentrum verfügen, der gut erreichbar ist (7 Min. zu Fuß vom Hauptbahnhof). Es empfiehlt sich, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu kommen, da die öffentlichen Parkplätze zu Geschäftszeiten meist belegt sind.

Adresse: Paul-Heyse-Str. 19, Rückgebäude. Die Kapelle befindet sich im Souterrain und ist über eine Außentreppe zu erreichen.

 

Am Gedenktag der Ikone d. Allerheiligsten Gottesmutter von Wladimir setzt die Apostel-Thomas Gemeinde das Gebet in der Siluankapelle fort.

Der heilige Siluan vom Berg Athos (+1939), dem die Kapelle gewidmet ist

Am Mittwoch, den 8.9. um 19:00 Uhr beten wir das erste Mal den Akathystos-Hymnus zur Gottesmutter in der Siluankapelle, die unsere Gemeinde von der Rumänisch-orthodoxen Metropolie übernommen hat.  Weiterhin wird die Siluankapelle Ort vieler Veranstaltungen und Gottesdienste sein, die zur Verbreitung des orthodoxen Glaubens in unserer Stadt beitragen sollen.

Unser Vorgänger, die rumänische Gemeinde mit Bischof Sofian, freut sich darüber, dass der Raum, der ihnen über 16 Jahre hinweg täglich als Gebetsstätte gedient hat, auch weiterhin eine orthodoxe Kirche bleibt – diesmal für eine deutschsprachige Gemeinde.

Biblische Gespräche, Chorproben, Treffen für die Jugend, Religionsunterricht und Erwachsenenkatechese, all das wird in der Siluankapelle neben der gottesdienstlichen Nutzung stattfinden können. Die sonntäglichen Gottesdienste in der Erzengel-Michael Kirche bleiben davon unberührt, ebenso die Frühliturgie in deutscher Sprache in der Kathedralkirche des hl. Nikolaus u.d. Neumärtyrer Russlands.

P. Thomas Diez

 

Ehrwürdiger Simeon von Daibabe, Montenegro, † 1.4.1941

                                                  Zu seinem 80. Todestag

Der ehrwürdige Simeon wurde in Zetine, der früheren Hauptstadt des Montenegro im Jahr 1854 geboren. Ungewöhnlich für diese Zeit, erhielt er als Stipendiat der Russischen Orthodoxen Kirche seine Ausbildung an den Kiewer Geistlichen Schulen. Danach widmete er sich dem Studium der Philosophie an der Sorbonne in Paris und hörte Vorlesungen an einem evangelischen Seminar in Genf, um mit den geistigen Strömungen der damaligen westlichen Welt bekannt zu werden. Nachdem er im Kiewer Höhlenkloster zum Mönch geschoren worden war und eine Zeitlang das Russland der Zarenzeit bereist hatte, kehrte er im Alter 34 Jahren in den Montenegro zurück.

Als Mönch des berühmten Klosters von Ostrog besuchte ihn einst Petko Isevič, ein armer Bauer aus dem Dorf Daibabe. Petko berichtete ihm von einer Vision, in der er einen in goldgestickte Gewänder gekleideten Mann mit einer Kopfbedeckung gesehen habe, auf der ein Kreuz abgebildet war. Dieser Mann hatte zu ihm gesagt: „Ich bin kein böser Geist, wie du denkst. Ich bin ein Heiliger, aber man hat mich hier vor den Türken vergraben. Ich war Bischof in dieser Gegend und Schüler eines großen Heiligen… Ich möchte, dass du hier ein Kloster für mich baust“.Vater Simeon verstand, dass es um einen Schüler des hl. Sawwa von Serbien ging, dessen Reliquien die Mönche vor den Türken versteckt hatten, damit sie sie nicht entweihten, wie es in der serbischen Geschichte zur Zeit des osmanischen Jochs geschah.

Der ehrwürdige Simeon entschied, dem jungen Petko zu helfen und errichtete am Rand des Dorfes Daibabe eine Kirche zu Ehren des Entschlafens der Allheiligen Gottesgebärerin, die im Jahr 1897 geweiht wurde und ihrer Architektur an ein Höhlenkloster erinnert.Der Ehrwürdige gab sich hier der geistlichen Askese hin und wurde vom Herrn der Gabe der Hellsichtigkeit gewürdigt; er las in den Seelen der Menschen und vermochte sie so zu einem Leben nach dem Evangelium Christi zu führen. Durch sein Gebet heilte er Kranke und befreite sie von schweren Versuchungen.

„Eine Stadt kann nicht verborgen bleiben, die auf der Höhe des Berges liegt“ (Mt 5,14), uns so kamen viele zu dem an Tugenden reichen Gerechten, baten um Rat und suchten das geistliche Gespräch, darunter auch Besucher aus dem Ausland. Das Volk liebte und verehrte Altvater Simeon sehr, wie auch die bekannten serbischen Asketen jener Zeit.  hl. Nikolai (Velmirovic) nannte den Ehrwürdigen einen „heiligen Mönch“, und Abbas Justin (Popovic) schrieb 1937, als er das erste Mal Daibabe besucht hatte, dass er „des rührenden Anblicks dieses großen serbischen Abbas gewürdigt worden sei“.

Im Jahr 1996 wurden die Reliquien des ehrwürdigen Simeon erhoben und ruhen seitdem in einem Schrein in der Tiefe der Höhle, den Pilgern für die Verehrung zugänglich.

 

„Aus der Schatzkammer der Lehren des Altvaters“

  1. Gott offenbart sich einem reinen Herzen. Die Natur spricht wie ein offenes Buch ständig von Gott.
  2. Gott spiegelt sich in der Natur wider, wie der Mensch in klarem Wasser.
  3. Eine Apotheke macht manchmal zu, aber die göttliche Barmherzigkeit – niemals.
  4. Gott wartet auf die Umkehr des Sünders bis zu seinem Tod.
  5. Wenn es keinen Schnee gäbe, wären Schlitten unnütz; und wenn es kein ewiges Leben gäbe, hätte der Mensch keine Bestimmung.
  6. Der Mensch legt die Herrlichkeit Gottes aus und ist ein Vermittler zwischen Gott und der Natur, wenn er geläutert und gerecht ist.
  7. Jeder Mensch empfängt von Gott eine gewisse Gabe, durch die er auf den Weg der Rettung geleitet wird.
  8. Die menschliche Lebensspanne ist kurz wie ein Tag, und dann tritt der Tod ein wie die tiefe Nacht. Lebe deshalb aufrichtig und bewahre dich vor der Sünde, solange der Tag deines Lebens währt, denn wenn die Nacht deines Todes kommt, wird es bereits zu spät sein.
  9. Es gibt Menschen, die in dieser Welt unbemerkt leben und ihre Tugenden verbergen. Aber es kommt sie Stunde, da ihre Taten offenbar und sie in Ewigkeit verherrlicht werden.
  10. Die Wahrheit gehört zum Menschen, und selbst zu dem, der oft gegen die Wahrheit handelt, denn es gefällt ihm nicht, wenn er merkt, dass er betrogen wurde.
  11. Der Heilige Geist erleuchtet das All. Er erleuchtet auch dich und hält sich in dir auf, wenn du Ihm gehorsam bist mit einem reinen Herzen, in dem das Feuer der Liebe jede Sünde verbrannt hat.
  12. Der Reisende, der auf ein Schiff möchte, braucht eine Fahrkarte, und der Christ, der in den Himmel kommen will, braucht ein reines Herz.
  13. Ein dichter Wald ziert jedes Kloster, und ein reines Herz erfreut Gott.
  14. Einen Ring kann auch tragen, wer nicht verheiratet ist, und heilig leben der, der kein Mönch ist.
  15. Versuche nicht, bei einer Schlange Beine zu entdecken, und mach dir keine Hoffnungen, das Paradies ohne Mühen und Anfechtungen zu erlangen.
  16. Dem Ölbaum ist das Seeklima angenehm, und der Seele eine gottesfürchtige Gesellschaft.
  17. Bei Regen braucht man einen Schirm, die Seele braucht die Demut. Einen Schirm kann man für Geld kaufen, die Demut durch die Erkenntnis seiner selbst.
  18. Wie du den Leib umsorgst und kleidest, damit er lebt, so auch die Seele. Sie ist hungrig und nackt, wenn sie keine guten Taten und keinen reinen Glauben hat. Über eine solch schwache Seele fallen leicht böse Geister her.
  19. In den Krieg zieht man nicht ohne Blei und Pulver, und christlich lebt man nicht ohne Glauben und gute Taten.
  20. Wo es kräftige Bienen gibt, flieht vor ihnen die Spinne, und wo der Glaube stark ist, haben es die bösen Geister schwer, anzugreifen.
  21. Ein Kleinkind weint, wenn die Mutter es wäscht, der Kleingläubige aber murrt gegen Gott, wenn ihm ein Unglück zustößt, das die Seele reinigt wie Wasser das Gesicht.
  22. Der Schneider braucht Nadel und Faden zum Nähen, und der Mensch Glauben und Liebe zur Rettung.
  23. Ruhig ist das Meer, wenn es windstill ist, und das Gewissen des Menschen, wenn er das tut, was er kann.
  24. Wer schlecht sieht, mag eine Brille nehmen, und wer die Heilige Schrift verstehen möchte, der möchte zum Glauben auch Demut haben.
  25. Mit einem Schlüssel schließt man eine Tür auf, und mit der Barmherzigkeit erlangt man das ewige Leben.
  26. In eine Stadt kann man von verschiedenen Seiten gelangen, und in das Himmelreich mit unterschiedlichen Tugenden: wenn du es nicht mit dem Reichtum vermagst, wie Abraham, dann durch die Armut, wie Lazarus.
  27. Wer nachts mit einer Lampe geht, leuchtet sich und anderen, und wer Gutes tut, rettet sich und den anderen.
  28. Das geschorene Schaf soll mehr vor Unwetter geschützt werden, und der schwache Sünder vor strenger Verurteilung.
  29. Wie in den Kirchturm der Blitz einschlagen kann, so kann auch den Gerechten ein Unglück treffen.
  30. Wo es keinen Lehrer gibt, missraten die Kinder, und wo es keine Gottesfurcht gibt, herrscht das Laster.
  31. Der Schnee schmilzt durch die Wärme, und das Herz verdirbt durch schlechte Gespräche.
  32. Man muss die Freude erfahren, die dir das Leiden beim freiwilligen Tragen des Kreuzes bringt. Wenn du leidest, wie Lazarus im Evangelium, und Krankheit und Unglück ohne Murren erträgst, so wisse, dass du deiner Seele ein großes Gut verschaffst.
  33. Bei der Post braucht es eine Marke für den Brief, und beim Gebet – Frieden mit allen. Sonst wird der Brief auf der Post nicht angenommen, und das Gebet wird Gott nicht wohlgefällig sein.
  34. Unterbrich einen Menschen nicht beim Reden, und denk beim Gebet an nichts anderes, denn das ist taktlos und sündig.
  35. Fordere von Gott keine Wunder, denn Er weiß, wann Er sie dir schenkt.
  36. Wahre Wunder haben den großen Nutzen, den Glauben zu stärken, Scheinwunder schaden dem Glauben und der Rettung.

                                                                                     P. Georgij Maximow, P. Thomas Diez