HOMILIE VON BISCHOF HIOB ZUM PATRONATSFEST DES HEILIGEN APOSTELS THOMAS
Im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des Heiligen Geistes.
Wenn wir uns mit dem heiligen Thomas, den wir heute verehren und feiern, beschäftigen, mit den wenigen Momenten in der Heiligen Schrift, wo er hervorsticht, dann sehen wir, was wir auch bei vielen anderen Aposteln und bei denen, die um den Herrn selbst herum verweilten und verkehrten, immer wieder beobachten können. Nämlich einen ausgeprägten Charakter, eine schillernde Gestalt, jemand, der auf Anhieb erkennbar wird als Mensch, der sich nicht verstellt, der ist, wer er ist. Wie wir den stürmischen Apostel Petrus wahrnehmen, den vor Eifer glühenden Apostel Paulus, den etwas schüchternen und zurückhaltenden Apostel Johannes, so sehen wir auch beim Apostel Thomas einen ausgeprägten Charakter, ausgeprägte Eigenheiten – Eigenheiten, die Christus annimmt, die Er nicht tadelt und die er nicht zu verbergen sucht.
Und das erfüllt uns mit Staunen und mit Freude, nämlich dass Christus jeden Menschen so annimmt, wie er ist, dass wir uns weder vor Christus noch vor unseren Mitmenschen, vor unseren Mitchristen verstellen oder verstecken müssen, dass wir nicht fromm tun müssen, dass wir nicht so tun müssen, als wären wir schweigsam und demütig und zurückhaltend, sondern so wie wir sind, nimmt Christus uns an. Und das ist wiederum ein Beweis für seine echte Liebe und dafür, dass Er will, dass wir auch Ihn lieben und uns öffnen, Ihm gegenüber, so wie wir sind. Und diese Liebe ist nicht nur die Grundlage für die Beziehung eines jeden Menschen zu Christus, zu Gott, sondern natürlich auch für die Beziehung der Christen zueinander und überhaupt für unser Dasein als Leib Christi.
Denn dies ist die Liebe, die Christus seinen Aposteln gezeigt hat, die wir auch in Bezug auf den Apostel Thomas so deutlich sehen können, für den er eigens erschienen ist, um seine Wundmale zu zeigen und ihn seine Seite berühren ließ, damit auch dieser auf seine Art und wie es seinem Charakter entspricht, den Glauben empfängt. Und das wiederum zeigt uns, dass jeder von uns die Möglichkeit hat, in diese Liebe einzutauchen, in dieser Liebe zu wachsen. Diese Liebe, die Liebe Christi, bringt unsere eigensten und intimsten Eigenschaften und Stärken zum Vorschein und sie heilt und stützt unsere Schwächen. Deshalb können wir auch darauf vertrauen, dass – wenn immer wir versuchen, Gott zu dienen, unserem Nächsten zu dienen, wenn wir versuchen, das Evangelium zu leben und zu verkündigen – uns Christus stützen wird, dass er uns in unserer Schwäche kennt und annimmt und aus uns etwas herausholt und macht, was nur Gott kann.
Amen.
PATRONATSFEST
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UNTERRICHT FÜR DIE KATECHUMENEN
Alle, die am Glauben der Orthodoxen Kirche interessiert sind, sind eingeladen, an den biblischen Gesprächen in unserer Gemeinde teilzunehmen. Die Heilige Schrift und ihre kirchliche Auslegung sind das Fundament des orthodoxen Glaubens.
Der Beginn ist Mittwoch, der 30.09.2026 um 19:30 Uhr mit dem Buch Exodus (siehe Ankündigung auf dieser Seite unter „Biblische Gespräche“).
Wer aufgrund der Entfernung seines Wohnortes nicht kommen kann, aber bereits die Gottesdienste in der Apostel-Thomas Gemeinde besucht, hat nach vorheriger Absprache die Möglichkeit, sich online dazuzuschalten.
ORTHODOXE DOGMATIK
Am Sonntag, den 27. September 2026, findet der nächste Dogmatik-Unterricht (in deutscher Sprache) mit Bischof Hiob statt.
Ort: Kloster des hl. Hiob, Hofbauernstr. 26, in der Bibliothek
Beginn: 19:30 Uhr
Alle Interessenten sind herzlich eingeladen!
DIE ORTHODOXIE UND DAS MONASTISCHE LEBEN
Am Samstag, den 27.06.2026 findet im Russisch-orthodoxen Kloster des hl. Hiob ein Treffen für alle Interessierten und diejenigen statt, die in den letzten Jahren getauft worden sind. Nach der Feier der göttlichen Liturgie wird Mönch Meliton mit den Teilnehmern ein Gespräch zum orthodoxen Glauben und monastischen Leben führen.
Programm:
07:00 Uhr: Göttliche Liturgie, im Anschluss Trapeza (Frühstück) mit der Bruderschaft
09:15 Uhr: Geistliches Gespräch mit Mönch Meliton (in der Bibliothek)
Anschließend Klosterführung, Ende gegen 11:30 Uhr
Ort: Kloster des hl. Hiob, Hofbauernstr. 26 Parkmöglichkeiten gibt es in der Hofbauernstraße und im Klosterhof.
Für alle, die schon zur Liturgie kommen: Der Eingang zur Kirche ist von der Südseite her, man läuft längs des Hauptgebäudes bis zu den Treppenstufen am Kircheingang.


